Hamburg

HSH Nordbank setzt auf Kredite für Infrastruktur

Hamburg. Nach der Privatisierung will die HSH Nordbank ihre Aktivitäten in der Finanzierung von Infrastrukturprojekten noch verstärken. Es geht dabei unter anderem um Glasfaserkabelnetze, Datenzentren, Güterzüge, Fernwärmenetze sowie Tanklager. „Gerade beim Glasfaserausbau hat Deutschland erheblich Lücken“, sagte Marcus Kleiner, Leiter des Bereichs Infrastructure & Rail. Erst weniger als drei Prozent aller Breitbandanschlüsse in Deutschland nutzten diese leistungsfähige Technologie; in Lettland seien es bereits 80 Prozent, in Schweden 55 Prozent.

Kleiner sieht die HSH als die „führende heimische Adresse“ in der Infrastrukturfinanzierung, Wettbewerber seien vor allem ausländische Großbanken etwa aus Frankreich und den Niederlanden. Aktuell hat das Kreditportfolio der HSH in dieser Sparte ein Volumen von knapp zwei Milliarden Euro. Dabei wurden im vorigen Jahr 16 Transaktionen mit einem Neugeschäftsumfang von 640 Millionen Euro abgeschlossen. Derzeit befänden sich 42 Transaktionen mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro in der Anbahnung, so Kleiner, wobei es nicht in jedem Fall auch zu einem Abschluss kommen werde. In die eigenen Bücher nehme man in der Regel jeweils Kreditanteile von maximal 100 Millionen Euro.

„Die Chancen sind groß, und die Risiken sind beherrschbar“, sagte Steffen Leiwesmeier, Breitband-Spezialist bei der HSH, über die Infrastrukturfinanzierung. In sechs Jahren habe es hier keinen einzigen Ausfall im Kreditbestand gegeben, so Kleiner. Rund 20 Personen sind in dem Team tätig. Wegen der Wachstumspläne werde eine Verstärkung nötig sein. Bisher ist die HSH auf dem Feld hauptsächlich in Deutschland und in den Beneluxländern aktiv, Potenzial sehe man künftig in Asien. Heute entscheiden die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, an welchen privaten Investor die HSH verkauft wird.