Immer mehr Pakete

Expressgeschäft und Online-Handel halten Post auf Kurs

In Deutschland werden immer mehr Pakete geschickt und davon profitiert die Post.

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In Deutschland werden immer mehr Pakete geschickt und davon profitiert die Post.

Die Deutsche Post hat einen Lauf. Das nationale und internationale Paket- und Expressgeschäft brummt und wird für den Konzern immer wichtiger. 2017 könnte das beste Jahr der Firmengeschichte werden.

Bonn. Angetrieben vom Express- und internationalen Paketgeschäft steuert die Deutsche Post 2017 auf Rekorde bei Gewinn und Umsatz zu.

Im ersten Halbjahr lag das Konzernergebnis mit gut 1,2 Milliarden Euro bereits leicht über dem Wert vor einem Jahr, teilte der Logistikriese mit.

Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erzielten die Bonner im abgelaufenen zweiten Quartal sogar den besten Wert der Firmengeschichte. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 6 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro.

"Unser Unternehmen wächst in allen Bereichen und steigert seine Gewinne kontinuierlich", berichtete Vorstandschef Frank Appel. Die Post sei auf dem besten Weg, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Auch für die kommenden Jahre sei man dank der Konzentration auf wachstumsstarke Märkte wie den weltweiten E-Commerce gerüstet.

Erstmals könnte die Post 2017 in ihrer heutigen Struktur beim Umsatz die 60-Milliarden-Euro-Marke überspringen. Beim Betriebsergebnis peilt der Vorstand 3,75 Milliarden Euro an, was ebenfalls ein Höchstwert wäre.

Vor zehn Jahren hatte der Konzern nur mit der damals noch dazugehörenden Postbank und dem inzwischen verkauften US-Geschäft solche Niveaus erreicht. An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Post-Aktie war bis zum Mittag mit einem Plus von gut 1 Prozent der Tagesgewinner im Dax.

Die Entwicklung verdankt die Post vor allem dem boomenden Online-Handel und damit verbundenen Paketgeschäft. Allein die Paketsparte in Europa verzeichnete im zweiten Quartal ein Plus von mehr als 60 Prozent und trug so wesentlich zum Umsatzanstieg in der Sparte "Post-eCommerce-Parcel" auf 2 Milliarden Euro bei. Weiterhin rückläufig sind dagegen die Erlöse beim klassischen Brief.

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