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Gehaltsreport: Das verdienen die einzelnen Berufsgruppen

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Der Gehaltsreport der Jobbörse StepStone zeigt, welche Branchen die höchsten Gehälter zahlen.

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Der Gehaltsreport der Jobbörse StepStone zeigt, welche Branchen die höchsten Gehälter zahlen.

Foto: © Kai Pfaffenbach / Reuters

Was verdient der Bekannte oder Kollege? Der Gehaltsreport von StepStone liefert Antworten. Ein Ergebnis: Hohe Gehälter wachsen weiter.

Berlin.  Branchen, in denen Facharbeiter überdurchschnittlich hohe Gehälter verdienen, zahlten im vergangenen Jahr noch einmal deutlich mehr als im Vorjahr. Das ist eines der Ergebnisse des Gehaltsreports 2016 der Online-Jobbörse StepStone, der unserer Redaktion vorliegt. Der Report zeigt einerseits, in welchen Branchen die Gesamtheit aller Mitarbeiter besonders viel verdienen (zur Branche Banken gehören nicht nur Betriebswirte, sondern zum Beispiel auch Juristen und Buchhalter). Andererseits listet die Erhebung die Top-Verdiener nach Qualifikation bzw. Studienfach auf.

„Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir, dass sich die Schere zwischen den Branchen weiter öffnet“, sagt Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von StepStone . „In ohnehin gut zahlenden Branchen wie der Chemie- oder Pharmaindustrie verdienen Fachkräfte aktuell noch mehr, während in der Landwirtschaft oder im Bereich Werbeagenturen die Gehälter von Fachkräften sogar gesunken sind“, sagt er.

Ärzte und Juristen sind die Top-Verdiener

Auch auf den vorderen Plätzen der Gehälter ist Bewegung: Zwar liegen nach wie vor Ärzte auf Platz eins (durchschnittliches Jahresgehalt von 64.000 Euro), doch haben sich Juristen (63.000 Euro) auf die zweite Position geschoben. Im Jahr 2014 hatten diesen noch die Ingenieure (61.000 Euro) inne, die nun auf den dritten Platz abrutschten. Am viertmeisten verdienten die Informationstechniker (58.000 Euro).

Für den Report hat die Jobbörse 50.000 Menschen in Fach- und Führungsjobs befragt. Die Erhebung vermittelt auch ein Bild davon, dass die Gehälter in Deutschland zunehmend auseinanderklaffen: Am stärksten kletterten die Gehälter von Fachkräften in den Bereichen Medizintechnik, Chemie, Banken und Pharmaunternehmen – im Schnitt um rund drei Prozent innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig sanken die Einkommen an der unteren Gehaltsskala: In den Bereichen Werbung, PR, Gesundheit und Landwirtschaft schrumpften die Einkommen. Ein weiteres Ergebnis: Mediziner verdienen im Durchschnitt 20.000 Euro mehr als Erziehungswissenschaftler.

Wohnort entscheidet über das Gehalt

Im Ranking der Branchen, in denen Mitarbeiter am besten verdienen, hat sich im vergangenen Jahr wenig getan: Banken und Finanzdienstleister liegen wie in den Vorjahren in diesem Ranking vorne. Einer der Gründe: Zuschläge und Boni sind in der Gehaltssumme bereits enthalten.

• Drei Top-Branchen: Banken (64.100 Euro), Finanzdienstleister (63.720 Euro), Pharmaindustrie (61.662 Euro)

• Drei Flop-Branchen: Handwerk (34.367 Euro), Hotel & Gastronomie ( 34.711 Euro), Bildung & Training (39.512 Euro)

Ob ein Arbeitnehmer gut verdient, hängt auch stark vom Wohnort ab. Das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften liegt wie im Jahr 2014 zwar bei 52.000 Euro. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Einkommen aber teilweise eklatant. Hier zeigt sich wie auch im vergangenen Jahr ein deutliches Ost-West-Gefälle.

Drei Top-Bundesländer: Hessen (57.002 Euro), Bayern (56.801 Euro), Baden-Württemberg (55.604 Euro)

Drei Flop-Bundesländer: Sachsen-Anhalt (37.7011 Euro), Sachsen (38.579 Euro), Mecklenburg-Vorpommern (38.649 Euro)

Jobwechsel erhöhen das Gehalt

Die Befragung der Fachkräfte zeigte außerdem: Arbeitnehmer, die ihren Arbeitgeber wechseln, verbuchen ein sattes Plus auf dem Konto. „Das Gehalt steigt nach dem ersten Wechsel im Schnitt um elf Prozent, beim zweiten und dritten immerhin noch um je fünf Prozent“, heißt es in dem Report. Und auch die Unternehmensgröße entscheidet maßgeblich über die Höhe des Einkommens: Große Unternehmen (mehr als 1000 Mitarbeiter) bezahlen ihren Arbeitnehmern im Schnitt 16 Prozent mehr Einkommen als kleine (weniger als 500 Mitarbeiter). „Um begehrte Fachkräfte anzuziehen oder zu halten und im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern zu bestehen, zeigen sich Unternehmen in den Top-Branchen beim Gehalt großzügig“, sagt Sebastian Dettmers von StepStone.