Deutsche Bahn

Neue Sondereinheit soll pünktliche Züge garantieren

Auch die Intercity-Züge (IC) der Deutschen Bahn gehören zu den Pünktlichkeits-Killern. Immerhin werden viele Züge jetzt modernisiert

Auch die Intercity-Züge (IC) der Deutschen Bahn gehören zu den Pünktlichkeits-Killern. Immerhin werden viele Züge jetzt modernisiert

Foto: Daniel Reinhardt / picture alliance / dpa

Vorstand Ronald Pofalla greift bei der Deutschen Bahn durch. Das betrifft auch Hamburg. Pünktlichkeit zahlt sich für Top-Manager aus.

Bielefeld/Hamburg. Er ist noch nicht lange in seinem Job, doch Ronald Pofalla galt auch als Politiker als Aufräumer mit bisweilen barschen Ansagen. Der ehemalige Kanzleramtsminister von Bundeskanzlerin Angela Merkel will als Vorstand der Deutschen Bahn nun dort anpacken, wo die größten Schwächen des Staatsunternehmens liegen. So soll die Bahn mit einer neuen Arbeits- und Führungsstruktur pünktlicher und verlässlicher werden. Das sagte Pofalla der "Neuen Westfälischen".

"Wir stehen schlicht nicht da, wo wir stehen könnten. Wenn man sich beispielsweise die Pünktlichkeit der Züge anschaut, scheinen die Rezepte aus der Vergangenheit nicht mehr zu funktionieren. Hier brauchen wir neue Formen der Geschäftsfelder übergreifenden Zusammenarbeit. Denn Pünktlichkeit geht uns alle an", sagte Pofalla.

Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr soll auf 80 Prozent steigen

Künftig werde bei der Bahn nicht länger jeder nur in seinem abgesteckten Bereich versuchen Probleme zu lösen: "Auf unserer Prioritätenliste steht ganz oben die Pünktlichkeit. Allein 70 neue Maßnahmen sollen hier zu besseren Werten führen", kündigte Pofalla an. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr solle im Jahr 2016 bereits 80 Prozent betragen. Es werde Sonderteams zur Betreuung der zehn wichtigsten deutschen Knotenbahnhöfe geben, an denen besonders viele Verspätungsminuten anfielen. Dazu zählt auch der Hamburger Hauptbahnhof. Die Bahn sei erfolgreich, "aber eben nicht so stark, wie wir es wirklich sein könnten", kritisierte Pofalla.

Prämie für Bahn-Vorstand, wenn Züge pünktlich fahren

Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube hatte angemahnt, beim Umbau des Konzerns müsse künftig mehr „in Verantwortlichkeit“ und weniger „in Zuständigkeiten“ gedacht werden. Und sollte es so kommen, könnte auch Bahnchef Grube davon profitieren. Ein Teil seines Gehalts, die Erfolgsprämie, soll laut "Wirtschaftswoche" künftig davon abhängen, wie pünktlich die Züge sind. Wenn das, wie das Magazin berichtet, auch für alle Vorstände gilt, macht auch Pofalla ein Plus mit mehr Pünktlichkeit. Bei Grube macht die Prämie den größten Teil des Gehaltes aus. Insgesamt erhielt der sechsköpfige Bahn-Vorstand im Jahr 2014 10,4 Millionen Euro.