Windenergiefirma

Insolvenzverwalter hält Prokon-Modelle für zukunftsfähig

Windenergieanlagen-Hersteller Prokon ist insolvent

Windenergieanlagen-Hersteller Prokon ist insolvent

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Er halte beide Offerten - ein Kaufangebot des Konzerns EnBW über 550 Millionen Euro und ein Genossenschaftsmodell - für zweifelsfrei tragfähig.

Itzehoe. Für den Windenergieanlagen-Hersteller Prokon bieten aus Sicht von Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin beide vorliegenden Zukunftsmodelle eine gute Überlebenschance. Er halte beide Offerten - ein Kaufangebot des Konzerns EnBW über 550 Millionen Euro und ein Genossenschaftsmodell - für zweifelsfrei tragfähig, sagte Penzlin am Montag in Itzehoe beim siebten Standortgespräch nach der Prokon-Pleite. Als Insolvenzverwalter setze er keine Priorität.

„Wir haben es hier glücklicherweise mit einem Paradebeispiel von Gläubigerautonomie zu tun“, sagte der Anwalt nach Mitteilung des Kieler Wirtschaftsministeriums. Er sei äußerst zuversichtlich, dass bei beiden Varianten das Unternehmen im Kern erhalten werde.

Die Gläubigerversammlung entscheidet am 2. Juli in einem der größten Insolvenzverfahren der deutschen Wirtschaftsgeschichte, wie es weitergeht. Für eine Fortführung als Genossenschaft müssen laut Penzlin 660 Millionen Euro an Genusskapital zusammenkommen. Damit müssten bis zu 30.000 Gläubiger auf einen erheblichen Teil ihrer Forderungen verzichten und zustimmen, ihre Einlagen in Eigenkapital umzuwandeln. Auf das Genossenschaftsmodell setzt der Verein „Die Freunde von Prokon“, in dem rund 10.500 von insgesamt 75.000 Anlegern zusammengeschlossen sind.