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Google führt für seine Apps Alterskennzeichnung ein

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Mountain View/Berlin.  Google wird künftig Spiele und andere Apps in seiner Download-Plattform Play Store international mit einer Alterskennzeichnung versehen. Vom 1. Mai an werden neue Programme oder Updates bestehender Apps für Android-Smartphones und Tablets nur noch akzeptiert, wenn die Entwickler eine Altersfreigabe angegeben haben, kündigte Google an. Google arbeitet bei der Kontrolle der Kennzeichnung mit der International Age Rating Coalition (IARC) zusammen, die in Deutschland von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vertreten wird.

Gleichzeitig verschärft Google die Kontrollen, ob sich die App-Entwickler auch an die Programmrichtlinien des Play Store halten. Bislang überprüfte Google nur, dass Apps keine Schadprogramme sind. Verstöße gegen die Programmrichtlinien des Play Stores wurden nur nach Hinweisen verfolgt. Dabei geht es unter anderem um anstößige Inhalte, Themen wie Gewalt, Mobbing oder Hassrede sowie die Weitergabe von personenbezogenen und vertraulichen Daten. Nun will Google vor der Veröffentlichung der App die Einhaltung der Richtlinien kontrollieren.

Die Kontrollen betreffen jedoch nicht den riesigen Bestand vorhandener Apps im Play Store, sondern nur Neueinreichungen und Updates. Allerdings können Entwickler auch ohne ein Update eine Alterskennzeichnung nachreichen, um eine Einordnung als „unrated“ (nicht eingeschätzt) zu vermeiden. Mit der neuen Kontrollpolitik nähert sich Google dem Verfahren an, wie es Apple für seine Mobilplattform iOS seit der Markteinführung des ersten iPhones 2007 praktiziert.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und andere Politiker begrüßten die Initiative zur Alterskennzeichnung: Mit IARC berücksichtige ein internationales System zur Alterseinstufung von Apps auch deutsche Standards, erklärte die Ministerin. Die Mitwirkung der USK ermögliche es, dass der Jugendschutz bei Spielen auf DVDs und in den App-Stores nach vergleichbaren Prinzipien funktioniere. „Eltern haben so die Chance, auch auf den Smartphones und Tablets für ihre Kinder Spiele und Apps anhand der bekannten Altersstufen auszuwählen.“

Bei der Alterskennzeichnung werden „länderspezifische kulturelle Normen und lokale Kriterien“ berücksichtigt, sodass die Freigaben in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ausfallen können. So erhalten in den USA Kinder und jüngere Jugendliche eher Zugriff auf Inhalte, die in Deutschland von der USK erst ab 16 Jahren oder nur für Erwachsene freigegeben werden.

( dpa )

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