Mehr als 100.000 Kunden fordern Kreditgebühren zurück

Hamburg. Deutlich mehr Kunden als erwartet verlangen von ihren Banken die Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite zurück. Allein die privaten Banken schätzen, dass ihr Ombudsmann bis zum Jahreswechsel mehr als 100.000 Eingaben bekam. Auch bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken sind Tausende Fälle in der Schlichtung. Hinzu kommen die Fälle, in denen sich Kunden direkt mit ihrer Bank einigen konnten. Die Spitzenverbände bestätigten entsprechende Informationen der „Stuttgarter Zeitung“. Keine Angaben gab es dazu, um wie viel Geld es geht. 2013 nahmen Verbraucher der Auskunftei Schufa zufolge durchschnittlich knapp 8000 Euro auf, rund 7,7 Millionen neue Ratenkreditverträge wurden geschlossen.

Der Bundesgerichtshof hatte in mehreren Urteilen im vergangenen Jahr entschieden, dass Bearbeitungsgebühren für Konsumentenkredite, die zusätzlich zu den Zinsen erhoben werden, unzulässig sind. Die Frist, um Ansprüche geltend zu machen, endete am 31. Dezember 2014. Wer sich jedoch vor diesem Stichtag bei den Ombudsleuten beschwerte, konnte damit die Verjährung der Ansprüche verhindern, wie der Verbandssprecher erläuterte. Das hätten deshalb viele Betroffene getan. Allein am 29. Dezember seien 30.000 Eingaben gezählt worden. Die Banken haben bereits Hilfskräfte eingestellt, um die Beschwerdewelle zu bewältigen.

Beim Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken waren es bis zum Jahresende 9000 Eingaben. Die gleiche Zahl zählte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, der die Beschwerden über Sparkassen aus zehn Bundesländern sammelt.