Reisekonzern TUI wird durch Fusion Weltmarktführer

Unternehmenschef empfiehlt Hapag-Lloyd Börsengang zur Geldbeschaffung

Hannover. Für TUI-Chef Friedrich Joussen gab es die Bescherung schon vor dem Weihnachtsfest. Die TUI AG schloss nicht nur das vergangene Geschäftsjahr mit unerwartet starkem Gewinnplus ab, sondern tütete auch die seit Jahren angepeilte Fusion mit der selbstbewussten Londoner Tochter TUI Travel ein. „Am 17. Dezember wird die neue TUI an den Finanzmärkten zum Leben erweckt werden, damit entsteht dann endgültig der weltweit führende integrierte Touristikkonzern“, sagte Joussen. Der Reisekonzern aus Hannover steigt dann zum Weltmarktführer auf, der sechs Airlines mit 140 Maschinen, weltweit Hunderten Hotels mit gut 200.000 Betten sowie zwölf Kreuzfahrtschiffen kontrolliert.

Das Reiseunternehmen TUI selbst steigerte im letzten Geschäftsjahr vor der Fusion sein operatives Ergebnis (Ebita) um 14 Prozent auf rund 869 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 105 Millionen Euro, teilte der Konzernchef mit. Ein Jahr zuvor war es noch ein Verlust von elf Millionen Euro. Der Umsatz stieg im Ende September beendeten Geschäftsjahr 2013/2014 um lediglich ein Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. Die Dividende soll von 15 auf 33 Cent steigen. Für das laufende Geschäftsjahr 2014/2015 fasst Vorstandschef Friedrich Joussen ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozent ins Auge. Das bereinigte Ebita soll um zehn bis 15 Prozent zulegen.

Die Reederei Hapag-Lloyd wiederum sei nach Ansicht von Joussen auf frisches Geld aus dem anvisierten Börsengang angewiesen. „Hapag-Lloyd muss Zugang zum Kapitalmarkt haben, um Schiffe zu kaufen, und die brauchen größere Schiffe“, sagte Joussen. Hapag-Lloyd habe deshalb einen guten Grund für eine Erstnotiz. Jedoch sei der Zeitpunkt unsicher. „Ob das nun 2015 geht oder später – ich bin kein Hellseher.“ TUI hält 22 Prozent an der Reederei und bewertet den Anteil mit 467 Millionen Euro.