Aufsichtsräte sind weiter eine Männerdomäne

Frankfurt. Deutschlands Top-Konzerne werden nach wie vor überwiegend von Männern kontrolliert. Zwar berufen Anteilseigner und Arbeitnehmer Jahr für Jahr fast kontinuierlich mehr Frauen in die Aufsichtsräte der Dax-Konzerne. Von der geplanten Frauenquote von 30 Prozent, auf die sich die Koalition kürzlich geeinigt hatte, sind viele der 30 im deutschen Leitindex notierten Unternehmen aber noch ein gutes Stück entfernt.

Insgesamt stellt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) daher ernüchtert fest: Nach wie vor sind mehr als drei Viertel der Dax-Aufsichtsräte männlich, und an den Schalthebeln der Macht sind Frauen auch 2014 eine Rarität: Mit Simone Bagel-Trah beim Konsumgüterhersteller Henkel hat nur eine Frau die Chefposition eines Kontrollgremiums von den 30 größten Unternehmen. Eine Entscheidungsebene darunter sieht es nicht viel besser aus, sagte die stellvertretende DSW-Hauptgeschäftsführerin Jella Benner-Heinacher: „Ganze fünf der wichtigsten Ausschüsse werden von Frauen geleitet.“ In deutschen Aufsichtsräten bestehe immer noch deutlicher Nachholbedarf.

Aktuell liege der Anteil der weiblichen Dax-Kontrolleure bei nur 24,7 Prozent. Davon wurden 13,9 Prozent durch die Arbeitnehmerseite und nur 10,8 Prozent durch die Anteilseignerseite gestellt. Den höchsten Frauenanteil in Aufsichtsräten unter den Dax-Konzernen hat Henkel mit fast 44 Prozent, gefolgt von der Münchener Rück (40 Prozent) und Merck (37,5 Prozent). Gar keine weiblichen Kontrolleure haben Fresenius und FMC.