Airbag-Defekt: Continental in Rückrufaktion bei Audi verwickelt

München. Der Autozulieferer Continental ist in eine der größten Rückrufaktionen bei Audi involviert. Der beim Audi A4 aufgetretene Fehler liege in der Airbag-Software, die von Continental stamme, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Audi muss derzeit weltweit 850.000 Autos zurückrufen, 150.000 davon in Deutschland, weil ein Softwarefehler dazu geführt haben könnte, dass sich der Airbag bei einem Unfall nicht öffnet. Degenhart übernahm aber zunächst keine Verantwortung für den Rückruf: „Wer am Ende des Tages einen Fehler gemacht hat, ob der aufseiten des Kundens liegt, ob es eine gemeinsame Verantwortung ist, wird sich noch herausstellen“, so Degenhart.

Ob Continental Kosten für den Rückruf tragen müsse, stehe noch nicht fest, sagte Degenhart. Versichert sei Continental für diesen Fall nicht. In der Branche sei es aber „durchaus nicht unüblich“, keine solche Versicherung abzuschließen, hieß es aus dem Konzern. „Aber selbst wenn wir hier vollumfänglich die Verantwortung hätten, müssten wir deshalb keine Ergebniskorrektur vornehmen zu unserer Prognose“, betonte Degenhart.

Audi wollte sich nicht zu Details einer möglichen Verwicklung von Continental in den Rückruf äußern. Auch ob der Konzern Ansprüche gegen Continental geltend machen wolle, ließ ein Sprecher offen: „Wir sind mit Continental im Gespräch.“ Von dem Rückruf bei Audi sind Autos betroffen, die seit der neuen Version des A4 im Jahr 2012 bis Mitte Oktober dieses Jahres gebaut wurden. Um den Fehler zu beheben, muss die Airbag-Software „geflasht“ werden, ein Vorgang der Audi zufolge etwa eine halbe Stunde Aufenthalt in der Werkstatt erfordert. Der A4 ist das meistgebaute Auto der Ingolstädter.

Zur Entwicklung der weltweiten Autokonjunktur sagte Degenhart, China dürfte an Bedeutung gewinnen. Enttäuschend sei die Entwicklung in Südamerika. Die Probleme auf dem russischen Markt sieht Degenhart mit gewisser Sorge, auch wenn das Russland-Geschäft weniger als 300 Millionen Euro Umsatz bei Conti ausmache. Das Unternehmen will sich auch über Zukäufe unabhängiger von der Autokonjunktur machen, wie Degenhart bekräftigte. „Finanziell wären wir zu einer Milliardenübernahme in der Lage.“