Info

Wie der Preis für eine Kilowattstunde zustande kommt

Der Strompreis, den Verbraucher an ihren Anbieter zahlen, setzt sich aus zahlreichen Faktoren zusammen. Die Ökostrom-Umlage ist davon nur ein Teil, aber ein besonders kostenintensiver. Bei einem Strompreis von rund 29 Cent je Kilowattstunde verteilen sich die einzelnen Komponenten dem Branchenverband BDEW zufolge derzeit wie folgt (in Klammern die Gesamtsumme bei einem Jahresverbrauch von 3500 beziehungsweise 4000 Kilowattstunden, was dem bundesweiten Durchschnitt entspricht):

– Erzeugung, Vertrieb, Marge: 13,87 Cent (485/554 Euro)

– Ökostrom-Umlage: 6,24 Cent (218/250 Euro)

– Mehrwertsteuer von 19 Prozent: 4,65 Cent (162/186 Euro)

– Stromsteuer: 2,05 Cent (71/82 Euro)

– Konzessionsabgabe: 1,79 Cent (62/71 Euro)

– Haftungsumlage für Probleme bei Meer-Windparks und Umlage für Rabatte bei Netzentgelten: 0,26 Cent (9/10 Euro)

– Kraft-Wärme-Kopplungsaufschlag: 0,18 Cent (6,30/7,20 Euro)

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist festgelegt, dass Betreiber einer Solar-, Windkraft-, Wasserkraft- oder Biogasanlage nach dem Anschluss ans Netz auf 20 Jahre garantiert eine feste Vergütung erhalten. Davon wird der für den Strom erzielte Preis abgezogen, der Rest wird über die Umlage verteilt. Mittelfristig soll die Fördergarantie auslaufen. Die Milliardenförderung ist hoch umstritten, da sie zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Aber zugleich gab es so enorme Fortschritte bei Solaranlagen und Windrädern. Dadurch kann heute deutlich billiger Strom produziert werden. Von dem kommenden Jahr an betragen die Vergütungen nur noch im Schnitt zwölf Cent je Kilowattstunde.

Kohle- und Atomenergie wurden seinerzeit mit Milliardensummen direkt über Steuergelder subventioniert – und etwaige Umwelt-, Gesundheits- und Klimaschäden sind nicht Teil der Stromrechnung. Die Ökostrom-Förderkosten sind transparenter, aber dadurch wird auch die Höhe für alle Verbraucher spürbar.