Deutsche Industrieaufträge brechen um 5,7 Prozent ein

Wiesbaden/Berlin. Der deutschen Industrie brechen die Aufträge weg. Im August sank der Auftragseingang im Vergleich zum Vormonat überraschend um 5,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies ist der stärkste Rückschlag seit der Wirtschaftskrise 2009. Der Einbruch fiel mehr als doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet. Vor allem aus dem Ausland kamen deutlich weniger Bestellungen. Damit häufen sich die Alarmzeichen für die deutsche Konjunktur. Zahlreiche Institute haben bereits ihre Prognosen angesichts der globalen Flaute und der größeren Risiken durch die Krisen im Nahen Osten und der Ukraine zurückgeschraubt.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) korrigiert seine Wachstumsvorhersage für Deutschland nach unten. Die Organisation rechne laut „Spiegel“ für 2014 und 2015 jeweils mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts. Im Juli hatten die Experten für 2014 noch ein Plus von 1,9 Prozent, für 2015 von 1,7 Prozent vorausgesagt. Der IWF fordere die Bundesregierung auf, mehr für private und staatliche Investitionen zu tun.

Mit gedämpften Erwartungen geht die besonders hart getroffene deutsche Kernbranche der Metall- und Elektroindustrie in den Herbst. Die wirtschaftlichen Probleme in wichtigen europäischen Ländern und die internationalen Krisen hätten ihre Spuren hinterlassen, sagte der Chefvolkswirt des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Michael Stahl, angesichts eines Auftragsrückgangs im August um 8,4 Prozent. „Bislang haben wir nur befürchtet, dass die Krisenherde auch auf die Konjunktur durchschlagen. Die Zahlen zeigen, dass aus den Befürchtungen langsam Gewissheit wird“, erklärte Stahl.