Bayer bringt Kunststoffsparte an die Börse

Leverkusen. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer steht vor einem der größten Umbrüche in seiner Geschichte: Nach der traditionsreichen Chemie plant der Vorstand nun auch eine Abspaltung der Kunststoffsparte. Künftig wolle sich das Unternehmen ganz auf das Pharmageschäft und die Agrarchemie konzentrieren, teilte Bayer mit. Die Industriesparte, die unter dem Namen MaterialScience geführt wird, soll als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden.

Eine Herauslösung der Sparte hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers zwar nie ausgeschlossen, aber die Notwendigkeit zunächst nicht gesehen. Der Teilkonzern gehört nach Firmenangaben zu den weltweit größten Chemieunternehmen – etwa in den Bereichen Vorprodukte für harte und weiche Schaumstoffe, Kunststoffgranulate sowie Rohstoffe für Lacke und Klebstoffe. Anwendung finden diese Produkte unter anderem in der Bauindustrie sowie in der Auto- und Elektronikbranche. 2013 erzielte die Sparte mit weltweit 14.300 Beschäftigten einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.