Spritspardüsen aus Hamburg weltweit stark gefragt

Schiffszulieferer Becker Marine Systems stellt Personal ein

Hamburg. Dirk Lehmann wirkt entspannt. Der Chef des Hamburger Schiffszulieferbetriebs Becker Marine Systems bringt derzeit viele neue Produkte auf den Markt, doch Lehmann steht an diesem Morgen ruhig und lächelnd am Stand seines Unternehmens auf der Schiffbaumesse SMM. Der Grund für Lehmanns Optimismus ist schnell gefunden: Die Geschäfte von Becker Marine Systems laufen gut, nach Angaben des Chefs sogar sehr gut.

Vor allem die Produkte zur Verbesserung des Antriebs von Schiffen finden reißenden Absatz. So wollte Lehmann eigentlich zur Messe den Verkauf von 750 speziellen Düsen feiern, die vor den Schiffspropeller montiert werden und den Treibstoffverbrauch im Durchschnitt um sechs Prozent senken. Doch inzwischen hat Becker die sogenannte Mewis Duct bereits 800-mal verkauft. „Das ist ein echtes Erfolgsprodukt“, sagt der Unternehmer. Das gilt auch für Beckers neues Angebot für schnellere Schiffe, die Twisted Fin, eine mit Finnen versehene Röhre vor dem Propeller. Diese sorgt für Treibstoffeinsparungen von drei Prozent und hat sich schon 36-mal verkauft. Erster Kunde war die Hamburger Reederei Hamburg Süd.

Jetzt will die arabische Reederei United Arab Shipping Company (UASC) ihre weltgrößten Containerschiffe mit einer Ladekapazität von 18.800 Standardcontainern mit dieser Finne sowie einem speziellen Ruder ausstatten. „Zehn Stück hat UASC bestellt“, sagt Lehmann. „Außerdem sechs weitere für kleinere Schiffe.“ Anfang Oktober erwartet Becker die erste LNG Hybrid Barge in Hamburg, ein schwimmendes Kraftwerk, dass verflüssigtes Erdgas verbrennt und dabei Strom für Kreuzfahrtschiffe produziert. Diese können dann im Hafen ihre Schwerölmotoren ausstellen, wodurch weniger giftige Abgase in die Umwelt gelangen. In fünf Jahren will Becker insgesamt 15 solcher schwimmenden Kraftwerke im Einsatz haben. Zur alternativen Stromversorgung von Containerschiffen hat Becker eine abgewandelte Lösung in Planung: nämlich einen transportablen Container mit einem Tank für das Flüssigerdgas und einem Verbrennungsmotor zur Stromerzeugung.

Der Erfolg der Produkte schlägt sich auch in den Zahlen nieder: „Wir haben 20 Prozent mehr Aufträge, der Umsatz wird 2014 um annähernd 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen“, sagte Lehmann. Auch die Zahl der Mitarbeiter hat sich in diesem Jahr kräftig erhöht: Insgesamt sind es 100 mehr, davon wurden 30 zusätzliche Stellen in Hamburg geschaffen. Der Rest ist auf die Einrichtung einer neuen Fertigung in Zhenjiang in China zurückzuführen. Hier werden die Rudersysteme für den asiatischen Markt gefertigt. Seit Kurzem ist Becker Marine Systems auch mit einem eigenen Büro in Houston (USA) vertreten.