Kommentar

Auf die Stärken konzentrieren

Mit 21.000 Beschäftigten ist Hamburg noch immer der drittgrößte Versicherungsstandort in Deutschland. Doch die Tendenz in den vergangenen Jahren war eindeutig abwärts gerichtet. So lag die Zahl vor der Jahrtausendwende noch um 5000 Personen höher. Die Konsolidierungswelle in der Assekuranz hat diesem Wirtschaftszweig in der Hansestadt hart zugesetzt. Die Albingia ging in der Axa-Gruppe auf und die Hamburg-Mannheimer im Ergo-Konzern, die Volksfürsorge wurde von Generali geschluckt, der Deutsche Ring existiert nur noch als Krankenversicherer unter dem Dach der Signal-Iduna.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob Hamburgs Politik und Wirtschaft vielleicht in der Lage gewesen wären, all dies zu verhindern. Stattdessen kommt es darauf an, sich der Stärken des Standorts Hamburg bewusst zu werden. Und dazu gehören neben etlichen Spezialversicherern die Versicherungsvermittler.

In diesem Bereich ist die Hansestadt in der Bundesrepublik spitze. So hat die Aon-Gruppe ihre Deutschland-Zentrale mit knapp 600 Beschäftigten hier, ein weiterer großer Arbeitgeber ist die bundesweit tätige Funk-Gruppe mit mehr als 400 Mitarbeitern in der Stadt – auch Unternehmen wie diese bieten hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Allerdings macht die Konsolidierung auch vor diesem Sektor nicht halt: Die Vertriebsgesellschaft Volksfürsorge, der einzig verbliebene Firmenteil unter dem traditionsreichen Namen, mit deutschlandweit 3000 Beschäftigten soll mit dem übrigen Generali-Vertrieb zusammengelegt werden. Die Stadt sollte sich dafür einsetzen, wenigstens den Sitz der neuen Gesellschaft für Hamburg zu sichern.