Provinzial erzielt Gewinn trotz hoher Schäden

Vorstandschef gibt Standortgarantie für Hamburg, Kiel und Münster

Kiel. Die Orkantiefs „Christian“ und „Xaver“ haben die Jahresbilanz der Provinzial in Norddeutschland kräftig getrübt. Beide Stürme zusammen belasteten die Provinzial Nord Brandkasse im vergangenen Jahr mit einem Schaden von 116 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Kiel mit. Davon entfielen rund 110 Millionen auf Schleswig-Holstein, der Rest auf Mecklenburg-Vorpommern und zu einem geringeren Teil auf Hamburg. Allein „Christian“ schlug mit 98 Millionen Euro zu Buche. „Er ist damit das teuerste Schadenereignis der Unternehmensgeschichte“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Provinzial Brandkasse AG, Jörg Tomalak-Plönzke. Dennoch blieb ein Jahresüberschuss von 2,6 Millionen Euro nach Steuern übrig.

Bis zum 28. Oktober war die Provinzial Brandkasse noch auf Vorjahreskurs: 14,3 Millionen Euro betrug der Überschuss 2012. Dann fegte „Christian“ mit Tempo 170 und mehr über Schleswig-Holstein. Aus den bis dazu prognostizierten mehr als 13 Millionen Euro plus wurden dann weniger als drei Millionen. Den größten Teil der Schäden konnte die Provinzial aber an den Rückversicherer weitergeben.

Von gemeldeten 59.000 Schäden, die „Christian“ in Norddeutschland anrichtete, entfielen 50.000 auf Schleswig-Holstein. Der größte Einzelschaden betrug eine halbe Million Euro. Besonders stark betroffen war die Landwirtschaft an der Westküste. Sie war zwar nur zu vier Prozent an den Schadenfällen beteiligt, aber zu 20 Prozent am Schadenumfang.

Die Provinzial NordWest Versicherungsgruppe insgesamt – zu ihr gehört die Brandkasse Nord – schloss 2013 mit einem Überschuss von 130 Millionen Euro ab. Das bevorstehende Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Ulrich Rüther habe die Belegschaft in Kiel mit Betroffenheit aufgenommen, sagte Brandkasse-Chef Tomalak-Plönzke. „Es ist ein Bedauern da, dass Herr Rüther ausscheiden wird.“

Tomalak-Plönzke, der auch dem Vorstand der Provinzial NordWest Holding angehört, gab eine Garantie für die Provinzial-Standorte Münster, Kiel und Hamburg ab: „Das soll so bleiben – definitiv.“ 2013 war ein Fusionsanlauf mit der Provinzial Rheinland an unterschiedlichen Auffassungen der Eigentümer gescheitert.