Bankengerüchte: Bulgaren räumen ihre Konten

Sofia. In Bulgarien schlagen Regierung und Zentralbank Alarm wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf das Bankensystem. „In den vergangenen Tagen hat es Versuche gegeben, den Staat durch eine organisierte Attacke auf bulgarische Banken ohne Grund zu destabilisieren“, erklärte die Zentralbank. Es seien „böswillige Gerüchte“ über die Lage von Geldhäusern in Umlauf gebracht worden. Die First Investment Bank (FIBank) erklärte, sie sei Opfer eines beispiellosen kriminellen Angriffs geworden. In der Folge hätten Kunden der drittgrößten Bank des Landes innerhalb weniger Stunden umgerechnet mehr als 400 Millionen Euro abgehoben. Die Regierung befürchtet nun einen Ansturm auf die Banken.

Ministerpräsident Plamen Orescharski zeigte sich entschlossen, alle erforderlichen Mittel einzusetzen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. „Wir werden alle Anstrengungen der Zentralbank unterstützen“, machte er deutlich. Nach Angaben von Innenminister Tswetlin Jowtschew sollte die Bevölkerung über das Internet und SMS-Nachrichten in Unruhe versetzt werden. In Sofia bildeten sich in einigen Bankfilialen Schlangen von bis zu 65 Kunden vor den Schaltern. Die FIBank-Filialen wurden am Freitag vorzeitig geschlossen und sollen erst am Montag wieder geöffnet werden. Bankgeschäfte im Internet und Auszahlungen an Geldautomaten seien aber weiter möglich, sagte ein Sprecher.