Fischer gegen geringere Quoten für Ostsee-Dorsch

Rendsburg. Schleswig-Holsteins Fischer blicken besorgt in die Zukunft. Besonders die Pläne für eine massive Reduzierung der Quoten für den Ostsee-Dorsch 2015 sorgen für Unruhe. Experten schlagen vor, die Fangquoten für den Kabeljau, der in der Ostsee Dorsch genannt wird, im nächsten Jahr zu halbieren. Sollten die Fangmengen gesenkt werden, werde es bei anhaltend niedrigen Erzeugerpreisen bald keine Betriebe mehr geben, sagte der Vorsitzende des Landesfischerverbandes, Lorenz Marckwardt, auf der Mitgliederversammlung. „Um diese Durststrecke zu überleben, bräuchten wir Unterstützung vom Bund und vom Land.“

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sagte den Küstenfischern Hilfe zu: „Wir wollen nachhaltig wirtschaftenden Fischereibetrieben helfen, sich besser am Markt zu positionieren.“ Dazu gehöre auch ihr Imageproblem. „Die mediale Wahrnehmung ist, dass die Fischerei die Meere leer macht.“ Man dürfe jedoch nicht die industrielle Fischerei und die Küstenfischerei in einen Topf werfen. „Deshalb werden wir helfen, ihr Image zu verbessern und für ihre Produkte zu werben“, so Habeck. Zudem soll die Direktvermarktung mit EU-Mitteln gefördert werden.

Für deutsche Fischer hält die EU-Kommission unterdessen relativ gute Nachrichten bereit: Im Nordostatlantik sind mit 41 Prozent der Bestände deutlich weniger Bestände überfischt als noch 2009 (86 Prozent). In gutem Zustand seien unter anderem Heringe und Schollen in der Nordsee sowie Sprotten in der Ostsee.