Chemiebranche liegt bei aktuellen Tarifabschlüssen vorne

Wiesbaden . Die aktuellen Tarifabschlüsse in Deutschland liegen meist in der Nähe der Drei-Prozent-Marke. Darauf hat das Statistische Bundesamt in einer am Freitag veröffentlichten Auflistung hingewiesen, die allerdings nicht die unterschiedlichen Laufzeiten der einzelnen Verträge seit Herbst 2013 berücksichtigt. Verträge mit kurzer Laufzeit bringen den Arbeitnehmern bei gleicher Prozentzahl mehr ein als solche mit einer langen Geltungsdauer.

Vergleichsweise kräftig stiegen im ersten Quartal die Bezüge der Chemiebeschäftigten, für die Gewerkschaft und Arbeitgeber auf 14 Monate ein Plus von 3,7 Prozent vereinbart haben. Im Öffentlichen Dienst von Bund und Gemeinden bekommen die Beschäftigten seit März 3,0 Prozent, mindestens aber 90 Euro mehr, was für die unteren Beschäftigtengruppen ein Plus von rund 5,0 Prozent bedeutet.

In einigen Branchen wie der Gebäudereinigung, der Zeitarbeit oder dem Gartenbau wurden für die östlichen Bundesländer höhere Tarifstufen als im Westen vereinbart, um die noch niedrigeren Ostgehälter anzugleichen. Nach Einschätzung des Bundesamtes verfügen die meisten großen Wirtschaftsbereiche über gültige oder – wie am Bau – fertig ausverhandelte Tarifverträge. Offen ist derzeit das Vertragswerk für die Bankbeschäftigten, demnächst beginnen zudem die Verhandlungen für die Stahlindustrie.