Deutsche zahlen im Schnitt 400 Euro für eine neue Brille

Handel mit Gestellen im Internet nimmt zu. Zahl der Geschäfte geht zurück

Hamburg. Ob als Modell in angesagter Echtholzoptik, oder ob als cool verspiegelte Pilotenbrille – in Deutschland wurden im vergangenen Jahr so viele Brillen verkauft wie noch nie. Fast zwölf Millionen wurden 2013 neu angepasst, weitere 6,5 Millionen bereits vorhandene Gestelle wurden mit neuen Gläsern ausgestattet. Gut zwei von drei Erwachsenen in Deutschland haben eine Brille, mehr als jeder dritte muss die Sehhilfe ständig tragen. Der Trend geht dabei nach Beobachtungen des Zentralverbands der Augenoptiker (ZVA) zur Zweit- oder auch Drittbrille. Gefragt seien etwa spezielle Modelle für die Arbeit am Computer, zum Lesen oder auch für Sportler wie Golfspieler oder Skifahrer, berichtet ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod. Durchschnittlich gut 400 Euro zahlten die Kunden im Jahr 2012 für ihre neue Brille.

Das Wachstum ist nach Angaben des Verbands vor allem auf zunehmende Käufe von Brillen im Internet zurückzuführen. Schätzungsweise rund 500.000 Brillen wurden 2013 online bestellt. Zum Gesamtumsatz der Branche von rund 5,4 Milliarden Euro steuerte der Onlinehandel rund 165 Millionen Euro bei. Während die stationären Optiker um lediglich 2,1 Prozent zulegen konnten, wuchs der Umsatz im Onlinehandel um 27 Prozent. Mit großem Abstand Marktführer sind große Ketten wie das Hamburger Unternehmen Fielmann oder der Konkurrent Apollo Optik. Unter Druck geraten laut Verband mittelständische Optiker. Vorwiegend in den Großstädten könnten Optiker ihre Läden angesichts der massiven Konkurrenz bisweilen nicht mehr verkaufen. Finde sich kein Nachfolger, müsse das Geschäft schließen. Der Trend hat sich bereits in der Statistik niedergeschlagen. Nach Jahren mit steigenden Zahlen von Optikerläden ging die Zahl der Geschäfte 2013 in Deutschland erstmals leicht auf 12.000 zurück.