Gebühr für Roaming in der EU soll fallen und für Kreditkarten sinken

Brüssel. Das Europaparlament hat am Donnerstag zwei für Verbraucher wichtige Entscheidungen getroffen. Wer auf Reisen im EU-Ausland mit dem Handy telefoniert oder im Internet surft, soll nach dem Willen der Politiker demnächst keine Extragebühren mehr dafür bezahlen müssen. Diese Roaminggebühren sollen bis zum 15. Dezember 2015 verboten werden. Die EU-Kommission wollte die Gebühren erst zum 1. Juli 2016 abschaffen.

Einen Freifahrtschein für gänzlich sorgloses Surfen und Telefonieren im europäischen Ausland wollen die Parlamentarier aber nicht erteilen. Bei einer „zweckwidrigen oder missbräuchlichen Nutzung“ sollen weiterhin Roaminggebühren erlaubt sein. Während Verbraucherschützer sich freuten, warnte der Branchenverband Bitkom vor steigenden Kosten. Die EU drückt die Roamingkosten seit Jahren nach unten.

Zudem sollen in Europa die Gebühren für den Einsatz von Kredit- und EC-Karten sinken, um Händler und letztlich auch Verbraucher zu entlasten. Dies würde vor allem Anbieter wie Visa oder Mastercard treffen. Dabei geht es um die Verarbeitungsgebühren, die Banken untereinander festlegen und von den Händlern verlangen, wenn Kunden beim Einkauf mit Karte zahlen (Interbankenentgelt). Laut EU-Kommission summiert sich dies auf zehn Milliarden Euro pro Jahr. Die Händler schlagen die Summen meist auf die Preise auf. Künftig sollen diese Gebühren bei Kreditkarten maximal 0,3 Prozent des Kaufpreises betragen dürfen; bei EC-Karten 0,2 Prozent oder sieben Cent (je nachdem, was niedriger ist).

Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürften in beiden Fällen noch Monate vergehen: Die Pläne benötigen die Zustimmung der EU-Staaten.