500 Bäckereien weniger – aber der Umsatz steigt

Berlin. Für Verbraucher wird die Auswahl an Bäckereien in Deutschland kleiner. Die Zahl der Bäckereibetriebe sank um rund 500 auf 13.717, teilte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks am Dienstag mit. Im Jahr 2000 gab es noch 19.800 Betriebe. Der aus Hamburg kommende Verbandspräsident Peter Becker sagte in Berlin, bei den Bäckereien gebe es einen Konzentrationsprozess, den man in anderen Wirtschaftszweigen auch finde. Dieser sei "nicht besorgniserregend". Der Branchenumsatz stieg 2013 leicht um 0,2 Prozent auf 13,18 Milliarden Euro.

Nach einer Übersicht auf Grundlage der Umsatzsteuerstatistik 2012 gehören 3,8 Prozent der Bäckereien zu den Großbäckern mit mehr als fünf Millionen Euro Umsatz. 63 Prozent des Branchenumsatzes gehen auf ihr Konto. Die kleineren Bäckereien (bis 500.000 Euro) stellen zwei Drittel der Betriebe (67,4 Prozent), erwirtschaften aber nur zehn Prozent des Umsatzes.

Sorgen bereitet der zunehmende Verkauf von Backwaren an Tankstellen und anderen kleinen Geschäften. Dort werden Teiglinge von Brötchen oder Hörnchen allenfalls aufgewärmt, aber nicht gebacken. Der Verband prüfe derzeit juristische Schritte gegen diese "unschöne Entwicklung", sagte Präsident Becker. Die deutsche Handwerksordnung schütze den Bäckermeister als Beruf, nicht aber die Bäckerei als Verkaufsstelle für deren Erzeugnisse, sagte der Cheflobbyist. Das Bäckerhandwerk strebe eine Ergänzung an, damit sich künftig nur Bäckereien auch so nennen dürften.

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