Lufthansa will Streik verhindern

Personalchefin appelliert an Piloten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren

Frankfurt/Hamburg. Die Lufthansa will die in der kommenden Woche drohenden massiven Streiks durch neue Verhandlungen mit den Piloten in letzter Minute verhindern. Die Personalchefin von Europas größter Fluggesellschaft, Bettina Volkens, erneuerte im „Spiegel“ ihren Appell an die Vertreter der Vereinigung Cockpit (VC), rasch an den Verhandlungstisch zurückzukehren: „Wir sind jederzeit verfügbar und geben die Hoffnung nicht auf.“ Der von der Pilotengewerkschaft angekündigte dreitägige Arbeitskampf von Mittwoch bis Freitag dürfte den Konzern sonst eine „hohe zweistellige Millionensumme“ kosten.

Volkens hatte bereits zuvor betont, dass der Lufthansa nur wenige Tage blieben, um Schäden für die Kunden abzuwenden. Nach VC-Angaben soll der Streik am 2. April um 00.00 Uhr starten und bis Freitagnacht (23.59 Uhr) dauern. Während dieser Zeit dürfte kaum noch ein Lufthansa-Flug abheben. Allein in Hamburg stehen in diesem Zeitraum nach Angaben des Flughafens 282 Ankünfte und 288 Abflüge bei Lufthansa und ihrer Billigtochter Germanwings auf dem Plan. Der Streik träfe zudem die Osterferien in Niedersachsen und Bremen, die am Donnerstag beginnen. Am heutigen Montag will die Lufthansa einen Ersatzflugplan vorstellen.

Die Passagiere der Airline hätten damit direkt nach den rund 600 Flugausfällen wegen eines Ver.di-Warnstreiks an deutschen Airports abermals mit den Folgen von Arbeitsniederlegungen zu kämpfen. Volkens dringt auf eine Lösung zwischen Gewerkschaft und Unternehmen, ehe ein mögliches Schlichtungsverfahren eingeleitet werden müsste. „Dieses Thema ist sehr komplex, deshalb würde ich es gern mit der VC gemeinsam lösen“, sagte sie.

Neben der Forderung nach höheren Gehältern ist zwischen Management und Piloten vor allem die Zukunft der Übergangsrenten für die Flugzeugführer strittig. Man habe am Donnerstag ein neues Angebot vorgelegt, betonte Volkens. VC-Tarifexpertin Ilona Ritter verteidigte dagegen die Streikpläne: „Der von uns angekündigte Verzicht, die Osterferien nicht mit Arbeitskämpfen zu belasten, wurde anscheinend vom Management nicht als Zeichen unseres Verantwortungsbewusstseins verstanden“, erklärte sie.