Rewe erwartet weitere Preissenkungen im Einzelhandel

Köln. Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe rechnet in den nächsten Monaten mit einer weiteren Verschärfung des Preiskampfs im Einzelhandel. „Im Moment ist sehr viel Preisdruck im Markt“, sagte Rewe-Vorstand Manfred Esser am Donnerstag. Es scheine keine Grenzen mehr zu geben. Er gehe deshalb davon aus, dass sich die vor allem von Aldi ausgelösten Preissenkungsrunden auch in den nächsten Monaten fortsetzen würden.

Rewe-Chef Alain Caparros kritisierte die anhaltenden Preiskämpfe als Wertvernichtung. Dennoch sieht der Handelskonzern keine Chance, sich den Preissenkungen zu entziehen. „Im Discount gibt es keinen Millimeter Platz. Die Verbraucher reagieren massiv auf Preisunterschiede“, sagte Esser. Wer nicht mitziehe, müsse mit Umsatzeinbußen rechnen. Die Rewe-Discounttochter Penny schreibt nach wie vor rote Zahlen. Erst 2016 rechnet der Konzern wieder mit Gewinn. Die insgesamt 2200 deutschen Penny-Filialen steigerten im vergangenen Jahr den Umsatz, bereinigt um die planmäßigen Schließungen, um 3,3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro.

Neben den aggressiven Discountern ist die wachsende Online-Konkurrenz eine Herausforderung für den Handelskonzern. Rewe will deshalb die eigenen Internetaktivitäten ausbauen. „Im laufenden Jahr werden wir den Online-Lieferservice von Rewe nochmals deutlich ausweiten“, kündigte Finanzvorstand Christian Mielsch an. Ziel sei es, auf Dauer alle Großstädte und Ballungsgebiete zu erreichen. Bislang bietet der Konzern in neun deutschen Städten einen Lebensmittel-Lieferservice an. In elf Städten können Kunden ihre Bestellungen im Internet aufgeben und die Ware wenig später fertig verpackt in Supermärkten abholen.

Insgesamt steigerte Rewe 2013 den Gruppenumsatz um 2,9 Prozent auf 50,6 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich nach vorläufigen Zahlen auf 466 Millionen Euro. In der Touristiksparte (DER Touristik) blieben die Umsätze stabil.