Trendwende in der Musikbranche

Internet-Abonnements lassen erstmals seit 2001 Umsätze steigen

London. Der Boom neuer Internetdienste gibt der seit Jahren gebeutelten Musikindustrie frische Hoffnung. In Europa gab es 2013 das erste Umsatzplus seit zwölf Jahren, das Geschäft in den USA hat sich stabilisiert, wie der Branchenverband IFPI mitteilte. Zugleich macht den Musikkonzernen der Wandel ihres Geschäfts durch das Internet immer noch zu schaffen.

Die Erlöse im sogenannten digitalen Geschäft, zu dem Internet-Downloads und Streaming-Dienste gezählt werden, wuchsen im vergangenen Jahr insgesamt um 4,3 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Den Ausschlag dafür gab die wachsende Popularität von Aboangeboten wie Spotify oder Deezer. Sie verbuchten ein Umsatzplus von 51 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Dollar. Zuletzt gab es weltweit 28 Millionen Nutzer solcher Dienste, bei denen die Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird.

Die Musikbranche macht aber nach wie vor den Großteil ihres Geschäfts mit der CD. „Sie schlägt sich besser als wir vor fünf Jahren gedacht hätten“, sagte am Dienstag ein Manager des Musikmarktführers Universal Music, Max Hole. Physische Tonträger machten im vergangenen Jahr noch 51 Prozent des Geschäfts aus, trotz eines Umsatzrückgangs von 11,7 Prozent.

Insgesamt ist der weltweite Markt rund 15 Milliarden Dollar schwer. Global schrumpfte er 2013 um 3,9 Prozent. Auslöser war ein Einbruch der CD-Verkäufe in Japan. Das Land bekommt erst jetzt den dramatischen Wandel durch das Internet zu spüren, den Europa und die USA schon durchlebten. Der Umsatz brach im vergangenen Jahr um 16,7 Prozent ein. In Japan wird noch immer ein Fünftel der weltweiten Musikerlöse erwirtschaftet. Japan sei ein Sonderfall, betonte Universal-Manager Hole. „Der CD-Anteil liegt bei rund 80 Prozent, ebenso wie der Anteil einheimischer Musik.“ In Schweden, dem Heimatland von Spotify, machen Abodienste bereits 70 Prozent des Musikgeschäfts aus.