Boeing sucht nach Rissen in „Dreamliner“

Bei 40 Maschinen kann eine Reparatur der Tragflächen erforderlich werden

Seattle. Bei Boeings pannengeplagtem Langstreckenflieger 787 „Dreamliner“ hat sich ein neues Problem aufgetan: Bei etwa 40 noch in der Produktion befindlichen Maschinen besteht die Gefahr von Haarrissen in den Tragflächen. Bereits ausgelieferte Maschinen seien nicht betroffen, sagte ein Firmensprecher. Die Aktie fiel nachbörslich nur leicht.

Der japanische Zulieferer Mitsubishi Heavy Industries hatte Boeing informiert, dass eine Änderung im Produktionsverfahren zu den Rissen führen kann. Boeing untersucht nun jedes möglicherweise in Mitleidenschaft gezogene Flugzeug und repariert es nötigenfalls. „Es wird zwischen einer und zwei Wochen dauern, das Problem zu beheben“, schrieb der Sprecher in einer E-Mail. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ von dem neuerlichen Problem beim „Dreamliner“ berichtet, das sich in eine ganze Pannenserie einreiht. Das Modell besteht aus leichten Carbonfasern statt des üblichen Aluminiums, was die Entwicklung und Produktion verkomplizierte und die Erstauslieferung um mehr als drei Jahre verzögerte. Wegen feuergefährlicher Batterien musste die gesamte Flotte dann Anfang 2013 für drei Monate am Boden bleiben.

Die Haarrisse können die Auslieferung einzelner Maschinen verzögern. Boeing hielt aber am Ziel fest, in diesem Jahr 110 „Dreamliner“ an die Kunden zu übergeben. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Boeings Vorzeigejet soll mit seiner Konstruktion aus leichten Karbonfasern den Flugzeugbau revolutionieren und den Passagieren etwa mit größeren Fenstern mehr Komfort als ältere Maschinen aus Aluminium bieten. Außerdem verspricht Boeing den Airlines eine Spritersparnis von 20 Prozent gegenüber vergleichbaren Typen. Der Flugzeugbauer bietet den Langstrecken-Jet in drei unterschiedlich großen Versionen an. Die Listenpreise beginnen laut Boeing-Website derzeit bei 212 Millionen Dollar (153 Millionen Euro).

Das Konkurrenzmodell Airbus A350 erscheint erst 2015. Auch die Europäer haben immer wieder mit Problemen zu kämpfen. So müssen die Tragflächen des doppelstöckigen A380-Jets öfter als geplant untersucht werden, nachdem Materialermüdungen festgestellt wurden. 2012 hatte Airbus die Tragflächen bereits überarbeitet, nachdem auch hier Haarrisse gefunden worden waren.