Gericht verurteilt Ex-Börsenexperten Frick zu Haftstrafe

Frankfurt. Der frühere TV-Börsenexperte Markus Frick ist wegen der Manipulation von Aktienkursen zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt sah es in seinem Urteil vom Dienstag als erwiesen an, dass der einschlägig vorbestrafte Frick im Mai 2012 mit seinen Empfehlungen die Kurse von drei Nebenwerten nach oben getrieben hat. Er hat dafür 1,9 Millionen Euro in bar von seinen Auftraggebern erhalten, die ihre Aktien zu überhöhten Preisen in den Markt bringen konnten. Diesen Umstand hatte er den rund 3000 Abonnenten seines Börsenbriefs verschwiegen und sich nach Ansicht des Gerichts so der verbotenen Marktmanipulation schuldig gemacht. Der 41-Jährige wurde vor allem durch die Fernsehsendung „Make Money – Die Markus Frick Show“ auf N24 bekannt.

Frick verließ das Gericht nach fast 14 Monaten Untersuchungshaft auf freiem Fuß, weil zunächst der auf Fluchtgefahr begründete Haftbefehl gegen ihn ausgesetzt wurde. Er musste Pass und Personalausweis abgeben und sich künftig einmal in der Woche bei der Polizei an seinem Wohnsitz melden.

Seine Reststrafe muss Frick erst antreten, wenn das Urteil rechtskräftig ist. Man prüfe, ob man Rechtsmittel einlegen wolle, sagte Fricks Anwalt Daniel Krause. Außerdem könnte das Landgericht Berlin die Bewährung auf die ebenfalls wegen Marktmanipulation ergangenen 21-monatige Haftstrafe aus dem Jahr 2011 widerrufen. Das gilt als wahrscheinlich, weil Frick innerhalb der auf drei Jahre festgesetzten Bewährungsfrist erneut eine gleich gelagerte Straftat begangen hat.

Das Gericht rechnete Frick sein umfassendes Geständnis an, das „von Einsicht und Reue“ geprägt gewesen sei. Als Vater zweier kleiner Kinder habe sich Frick zudem als „besonders haftempfindlich“ gezeigt, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Wiens. Frick hat laut Gericht seinen Anteil am illegalen Gewinn von 1,24 Millionen Euro auf ein Treuhandkonto eingezahlt, aus dem nun Schadensersatz für geprellte Anleger fließen soll. Das Landgericht ordnete zudem an, dass 660.000 Euro aus Fricks Vermögen an die Staatskasse fallen, beim Mittäter 300.000 Euro. Zudem muss der Mittäter 50.000 Euro Bewährungsauflage für gemeinnützige Zwecke zahlen.