Strauss Innovation schlüpft unter Schutzschirm

Langenfeld. Der ins Trudeln geratenen Modekette Strauss Innovation und ihren Beschäftigten steht ein harter Sanierungskurs bevor. Das Unternehmen habe am Donnerstag beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines sogenannten Schutzschirmverfahrens beantragt, sagte ein Gerichtssprecher. Über eine drohende Zahlungsunfähigkeit hatten zuvor die Zeitungen „Bild“ und „Welt“ berichtet. Mit dem Gang zum Amtsgericht hofft das Management des Unternehmens, die Modekette wieder auf eine gesunde Basis stellen zu können.

„Der Schutzschirm wurde für Unternehmen wie Strauss geschaffen, die über genügend Potenzial verfügen, sich aus einer Schieflage zu befreien“, sagte die Geschäftsführerin von Strauss Innovation, Paula Minowa. Nun werde das Unternehmen, das dem Finanzinvestor Sun Capital Partners gehört, die Chance ergreifen. Im Schutzschirmverfahren ist die betroffene Firma drei Monate lang vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt. Anschließend kann ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, sofern das noch notwendig ist.

Bei Strauss hatte sich die wirtschaftliche Lage zuletzt extrem verschlechtert. Die ungünstige Wetterlage 2013 mit ungewöhnlich kalten Temperaturen zum Jahresanfang und milden am Jahresende führte zu Rabattaktionen, die einen „signifikanten Verlust im vergangenen Geschäftsjahr“ nach sich zogen. Offen blieb, welche Bedeutung das beantragte Schutzschirmverfahren nun für die insgesamt rund 1400 Beschäftigten hat. Alle 96 Filialen, darunter auch die drei Hamburger in Ottensen, Hoheluft und Wandsbek, bleiben geöffnet.