Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf – Risiken bleiben

IWF erhöht für Deutschland die Konjunkturprognose auf 1,6 Prozent in diesem Jahr

Washington. Die Weltwirtschaft wird nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) in den kommenden Jahren deutlich schneller wachsen als bisher. Doch trotz der guten Aussichten sei das Risiko einer neuen Krise längst nicht gebannt, warnte die globale Finanzorganisation in ihrem Konjunkturausblick. Die Erholung sowohl in den Industriestaaten als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern sei sehr zerbrechlich.

Für dieses Jahr rechnet der IWF mit einem globalen Wachstum von 3,7 Prozent – dies ist eine leichte Anhebung der letzten Prognose im Herbst. 2015 liege das Plus wie schon damals angenommen bei 3,9 Prozent. Auch für Deutschland verbesserte der Währungsfonds seine Schätzung etwas: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in der Bundesrepublik in diesem Jahr um 1,6 Prozent zulegen (statt 1,4) und im kommenden um 1,4 Prozent (statt 1,3).

Angetrieben wird der Anstieg dem IWF zufolge von wesentlich besseren Zahlen in den Industrieländern. So lege die Euro-Zone nach zwei Jahren Rezession 2014 um 1,0 Prozent zu. 2015 seien es voraussichtlich 1,4 Prozent Zuwachs. Vor allem Spanien kommt in der Prognose mit einem BIP-Anstieg von 0,6 und 0,8 Prozent viel besser weg – bisher waren es 0,2 und 0,5 Prozent. Besser als zuvor angenommen würden dieses Jahr auch Großbritannien und Japan abschneiden, auch wenn sich in beiden Ländern die Lage 2015 dann merklicher als zunächst erwartet abkühle.

Dennoch lauerten viele Risiken. Dazu gehöre die niedrige Inflation, besonders in der Euro-Zone. Die Wahrscheinlichkeit einer Deflation sei erhöht, zumal die Notenbanken kaum noch Spielräume für Zinssenkungen hätten. Die Entwicklung hänge zudem davon ab, dass die Zentralbanken ihre Konjunkturhilfen nicht überstürzt verringerten. Schwellen- und Entwicklungsländer müssten Zeit bekommen, sich auf den Kapitalabfluss einzustellen, wenn die Zinsen in anderen Staaten wieder stiegen. Auch für die Stabilität des Finanzwesens müsse vielerorts mehr getan werden.

Gut entwickelt sich laut der Prognose die US-Wirtschaft, die 2014 um 2,8 Prozent wachsen soll und damit um 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher erwartet. 2013 habe das Plus dort 1,9 Prozent betragen. 2015 sehe es aber für die größte Volkswirtschaft der Welt nicht mehr so rosig aus wie bisher angenommen. In die Zukunft verschobene Einschnitte im Staatshaushalt ließen die Prognose von 3,4 auf 3,0 Prozent sinken.

Kräftig aufwärts geht es in den aufstrebenden Staaten, vor allem in China mit 7,5 und 7,3 Prozent Plus in diesem und im nächsten Jahr. Auch Indien und afrikanische Länder südlich der Sahara behielten ihre Rolle als Wachstumsmotoren. Es seien aber fast überall Reformen nötig, um das Tempo zu halten. Eine große Abwärtskorrektur um jeweils einen Prozentpunkt auf 2,0 und 2,5 Prozent gab es für Russland.