Weltbank erwartet hohes Wachstum

Deutschland könnte 2014 um 1,9 Prozent zulegen, nach einem kleinen Plus von 0,4 Prozent im Vorjahr

Washington. Die Aussichten für die globale Wirtschaft sind so gut wie lange nicht mehr. Während die Schwellen- und Entwicklungsländer weiter stark zulegten, befreiten sich die Industriestaaten endlich aus ihrer jahrelangen Krise, urteilt die Weltbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zur Lage der Weltwirtschaft. Nach einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent 2013 werde die Wirtschaftsleistung weltweit in diesem Jahr um 3,2 Prozent zulegen. 2015 werde das globale Wachstum 3,4 Prozent betragen und 2016 dann 3,5 Prozent.

Optimistisch sind die Weltbank-Ökonomen insbesondere für Europas größte Volkswirtschaft Deutschland. Nach ihrer Prognose kann die deutsche Wirtschaft 2014 um satte 1,9 Prozent zulegen; für die beiden Folgejahre wird immerhin noch ein Zuwachs von 1,7 und 1,6 Prozent vorhergesehen. Im vergangenen Jahr haben insbesondere die Verbraucher durch ihre Kauflaune die deutsche Wirtschaft 2013 vor einem Absturz bewahrt. Inmitten der Rezession in Teilen Europas legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) immerhin noch um 0,4 Prozent zu, nach 0,7 Prozent im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Für 2014 sind die Prognosen auch von deutschen Ökonomen deutlich optimistischer. Sie reichen bis zu einem Plus von zwei Prozent.

Auch für die Euro-Zone insgesamt geht es laut Weltbank aufwärts. In diesem Jahr erreiche sie ein Wachstum von 1,1 Prozent, 2015 sollen es 1,4 Prozent sein, und 2016 liege das Plus beim BIP dann bei 1,5 Prozent. Deutlich besser sieht es in den USA aus: Für die größte Volkswirtschaft rechnet die internationale Institution in diesem Jahr mit 2,8 Prozent, für 2015 mit 2,9 und für 2016 mit 3,0 Prozent.

„Die Leistung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nimmt an Kraft zu, und das sollte in den kommenden Monaten stärkeres Wachstum in den Entwicklungsländern unterstützen“, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong-kim. So steigt das BIP-Wachstum in den reichen Nationen zwischen 2013 und 2016 von 1,3 auf 2,4 Prozent. In den Schwellen- und Entwicklungsländern zieht es der Prognose zufolge von 4,8 auf 5,7 Prozent an. Motoren bleiben China und Indien, aber auch afrikanische Länder wie Angola und Nigeria.

Die Weltbank warnt aber auch vor globalen Risiken. Vor allem die Möglichkeit steigender Zinsen durch eine strengere Geldpolitik der Notenbanken könnte den aufstrebenden Ländern Probleme bereiten, sagte der Chefökonom Kaushik Basu. Bis jetzt sei die Abkehr von der Lockerung zwar relativ ruhig verlaufen, aber wenn die Zinsen zu schnell stiegen, könnten die Kapitalflüsse massiv einbrechen. Vor allem aufstrebende Länder mit großen Handelsdefiziten, Auslandsschulden und einer schnell gewachsenen Kreditwirtschaft seien gefährdet.