Google kauf Nest

„Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt“

Google übernimmt in den USA Anbieter von Rauchmeldern. Dafür zahlt der Internetkonzern insgesamt 3,2 Milliarden Dollar.

Mountain View. Google steigt mit einem Milliardenkauf groß ins Geschäft mit vernetzter Haushaltstechnik ein. Der Internetkonzern übernimmt für 3,2 Milliarden Dollar (2,34 Milliarden Euro) die Firma Nest, einen Anbieter digitaler Thermostate und Rauchmelder. Nest soll weitgehend unabhängig arbeiten und weiter von Tony Fadell geführt werden, einem der Väter des Apple-Musikplayers iPod. Nest kündigte bereits vor einigen Wochen eine beschleunigte Europaexpansion an.

Unter das Google-Dach kommen damit auch die Daten von den installierten Geräten. Nest wertet sie aus, um die Technik zu verbessern. „Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt oder Kohlenstoffmonoxid austritt“, so Fadell. Die Daten würden auch künftig nur für Betrieb und Verbesserung seiner Geräte und Dienste eingesetzt.

Google biete als Mutterkonzern die Möglichkeit, schnell die nötige Infrastruktur auszubauen, sagte Fadell. Er werde direkt Konzernchef Larry Page unterstellt sein.

Nest sorgte in den USA zunächst mit intelligenten Thermostaten für Aufsehen. Unter anderem passen sie sich an die Gewohnheiten der Bewohner an, senken die Temperatur, wenn niemand zu Hause ist, und lassen sich vom Smartphone aus steuern. Die Geräte setzen auch Bewegungssensoren ein. Wird ein Alarm beim Kochen ausgelöst, genügt es, vor dem Nest-Rauchmelder zu winken, um ihn wieder abzustellen.

Nest sei bewusst, dass Menschen Informationen aus ihrem Haushalt als eine sehr private Angelegenheit sähen, so Fadell. Die Firma habe deshalb ein eigenes Hackerteam, um nach eventuellen Schwachstellen zu suchen. Für Google ist es nicht der erste Vorstoß in den Bereich Haustechnik. Der Konzern hatte einst unter eigenem Dach ein Projekt für intelligente Stromrechner, machte es aber dicht im Zuge einer Konzentration auf das Kerngeschäft.