Schuhe werden bis zu fünf Prozent teurer, weil Leder knapp wird

Düsseldorf. Für neue Schuhe müssen Verbraucher bald tiefer in die Tasche greifen. Denn Leder ist knapp und teuer – und die Löhne und Sozialleistungen in den asiatischen Schuhfabriken steigen. Zunächst müssen Schuhhändler schon beim Einkauf in Fernost mehr bezahlen. Doch auch die Kunden werden nach Brancheninformationen den steigenden Preistrend 2014 in den Läden zu spüren bekommen. Bei Europas größtem Schuheinzelhändler Deichmann peilt man nun nach einer mehrjährigen Zurückhaltung im kommenden Jahr Erhöhungen an. „Sicher wird es bei einigen Kollektionen auch maßvolle Preiserhöhungen geben“, kündigte Unternehmenschef Heinrich Deichmann an.

In den Jahren 2012 und 2013 hatte Europas größter Schuhhändler noch auf Anhebungen verzichtet. Für die Beschäftigten bei den Lieferanten in Asien sei der Preisanstieg auf jeden Fall eine gute Nachricht, so Deichmann. Das Unternehmen werde jedoch versuchen, Preissteigerungen möglichst über Einsparungen in anderen Bereichen wie der Logistik auszugleichen. Gleichmäßige Preisanhebungen in der gesamten Kollektion seien nicht geplant.

Der Chef des zweitgrößten deutschen Schuhhändlers HR Group (unter anderem Reno), Matthias Händle, wies vor dem Hintergrund der erwarteten Verteuerungen auf Veränderungen in den Beschaffungsländern hin. „Die Verbraucher erwarten, dass sich Hersteller ihrer Verantwortung bewusst sind. Leider sind sie nicht immer bereit, höhere Preise zu akzeptieren“, sagte er. Für 2014 rechnet Händle mit Erhöhungen von drei bis fünf Prozent.

Sorgen bereiten der Branche derzeit auch steigende Rohstoffpreise. „Leder ist knapp und teuer“, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie, Manfred Junkert. Verantwortlich dafür sei auch eine steigende Nachfrage nach Leder, etwa aus der Möbel- und Automobilindustrie.