Reallöhne um ein Prozent gestiegen

WSI-Studie: Arbeitnehmer haben durch deutliche Tariferhöhungen mehr Geld in der Tasche

Düsseldorf. Dank deutlicher Tarifsteigerungen haben die deutschen Arbeitnehmer 2013 inflationsbereinigt mehr Geld verdient. Nach Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung lag der reale Einkommenszuwachs der Tarifbeschäftigten 2013 bei rund einem Prozent. 2012 hatten die Reallöhne nach Berechnungen des WSI nur um 0,7 Prozent zugelegt, berichtete Tarifexperte Reinhard Bispinck.

Hintergrund seien Tarifabschlüsse, die im laufenden Jahr im Schnitt nominal über drei Prozent gelegen hätten. Umgerechnet auf das Gesamtjahr ergebe sich jedoch ein etwas niedrigerer Wert, von dem noch eine erwartete Preissteigerung für 2013 von rund 1,5 Prozent abgezogen werden müsse. Die Beschäftigten profitierten damit im Vergleich zum Vorjahr auch von einer deutlich niedrigeren Inflationsrate.

Der Schwerpunkt der Tarifabschlüsse habe 2013 zwischen 3,0 und 3,5 Prozent gelegen, so der Experte. Bei den länger laufenden Abschlüssen hätten sich die Steigerungsraten für das kommende Jahr zwischen 1,8 und 3,0 Prozent bewegt. Nur etwa gut die Hälfte (58 Prozent) der Beschäftigten profitiere als Mitarbeiter tarifgebundener Unternehmen direkt. Firmen ohne Tarifbindung orientierten sich jedoch in vielen Fällen an den erzielten Ergebnissen.

So seien in wichtigen Branchen wie etwa der Metall- und Elektroindustrie oder dem Versicherungsgewerbe Tarifabschlüsse für dieses Jahr von deutlich über drei Prozent erzielt worden. Für 2014 sei dann eine geringere Anhebung vereinbart worden. Nach einem heftigen Tarifkonflikt im Bewachungsgewerbe sei dort für den Bereich Passagierkontrollen an Flughäfen sogar ein besonders deutliches Plus von zehn Prozent vereinbart worden.