Diamanten-Milliardär aus Israel steigt beim Alsterhaus ein

Karstadt-Eigentümer Berggruen könnte sich für einen Euro auch von den 83 Stammfilialen der Kette trennen

Hamburg. Diamanten begründen seinen Reichtum, und damit ist Beny Steinmetz weit gekommen. Das US-Magazin „Forbes“ listet ihn mit gut vier Milliarden Dollar als Nummer 316 in der Hitparade der Vermögenden dieser Welt. In seinem Geburtsland Israel gilt er als der Sechstreichste.

Nun hat der Diamantenhändler offenbar auch Geschmack am deutschen Einzelhandel gefunden und will bei den Premiumhäusern der Warenhauskette Karstadt und den 28 Sportfilialen des Unternehmens einsteigen. Auf diese Weise würde der 57-Jährige Mitbetreiber des Hamburger Alsterhauses, des Berliner KaDeWe und des Nobelkaufhauses Oberpollinger in München.

Nach Informationen des „Manager Magazins“ soll Steinmetz jeweils 37,55 Prozent an den Premium- und den Sporthäusern übernehmen. Der österreichische Immobilienentwickler René Benko hatte vor einigen Monaten angekündigt, in beide Gesellschaften zu 75,1 Prozent einzusteigen. Jeweils die Hälfte dieser Anteile gibt er nun offenbar an Steinmetz weiter. Das Magazin beruft sich auf eine Aufsichtsratsvorlage von Benkos Gesellschaft Signa.

Darüber hinaus sollen Signa und Steinmetz die Option besitzen, für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro auch 75,1 Prozent der kriselnden Karstadt-Stammgesellschaft zu übernehmen, die 83 klassische Warenhäuser betreibt. Wenn die Partner ihre Option ausüben, hält der bisherige Eigentümer Nicolas Berggruen an allen drei Karstadt-Sparten nur noch 24,9 Prozent. In früheren Äußerungen hatte der Deutschamerikaner hingegen stets beteuert, dass er an „das Unternehmen und seine Mitarbeiter“ glaube und das Kerngeschäft komplett behalten wolle. Am Donnerstag wollte er sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Berggruens neuer Geschäftspartner Steinmetz, dessen Vater schon im Diamantenhandel tätig war, hat als junger Mann von Antwerpen aus eines der wichtigsten Unternehmen der Branche, die Steinmetz Diamonds Group, aufgebaut. Zudem investierte er später weltweit in Rohstofflagerstätten, erwarb Minen, kaufte Immobilien, stieg in das Gas- und Erdölgeschäft sowie in die Investmentbranche ein. Bescheidenheit gehört nicht gerade zu seinen Stärken. „Nur der Himmel ist die Grenze“, dieser Satz gelte nicht für ihn, heißt es auf seiner Webseite.

Mit seiner Immobilienfirma BSG Real Estate ist Steinmetz Anfang des Jahres auch eine Verbindung mit Benkos Unternehmen Signa eingegangen und hat so in diverse Karstadt-Immobilien investiert. Vor diesem Hintergrund erklärten die Österreicher am Donnerstag, dass die Steinmetz-Firma schon seit Januar „einer von zahlreichen Investoren der Signa-Gruppe“ sei. „Es ist daher nicht richtig, dass ‚nun‘ Anteile ‚weitergereicht‘ oder verkauft würden.“