JPMorgan büßt mit Rekordsumme für Hypotheken-Deals

Washington. Ein weiteres Stück Finanzkrise ist aufgearbeitet: JPMorgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (umgerechnet 9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Deals. Die führende US-Bank einigte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf die Summe. Es ist der größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

„Das in dieser Untersuchung zutage geförderte Verhalten hat fraglos dabei geholfen, die Saat des Niedergangs im Hypotheken-Markt zu säen“, erklärte Justizminister Eric Holder am Dienstag in Washington. Nach seinen Angaben räumt JPMorgan im Zuge des Vergleichs „ernsthafte Falschdarstellungen“ ein. Die US-Justiz hatte dem Wall-Street-Haus vorgeworfen, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen zu haben. Die Bank habe den Käufern verschwiegen, wie schlecht es um viele der enthaltenen Hauskredite gestanden habe. Ausbleibende Kreditraten und der damit verbundene rapide Wertverfall dieser Hypothekenpapiere befeuerten die Finanzkrise 2008.

Die Bank muss nun neun Milliarden Dollar an diverse Behörden und das Justizministerium zahlen. Der kleinere Teil der Summe entfällt auf eine Strafe, der größere Teil sind Wiedergutmachungen. Mit den verbleibenden vier Milliarden Dollar muss JPMorgan strauchelnden US-Hausbesitzern unter die Arme greifen. Die Summe ist auch deshalb so hoch, weil JPMorgan Chase in der Finanzkrise die beiden schwächelnden Rivalen Bear Stearns und Washington Mutual übernommen hatte. Die Großbank muss nun auch für deren Geschäfte geradestehen. Das war einer der Streitpunkte, weshalb die Vergleichsverhandlungen sich so lange hinzogen. Am Ende konnte sich die staatliche Seite durchsetzen. Für die Börsianer war die Bekanntgabe des Vergleichs eine Erleichterung. Im nachmittäglichen New Yorker Handel stieg die Aktie der Bank um ein Prozent.