DAX-Aufsichtsräte verdienen 2013 ein Prozent mehr

Frankfurt. Die Kontrolleure der deutschen Großkonzerne müssen sich in diesem Jahr einer Studie zufolge mit einem Miniplus bei ihrer Vergütung begnügen. Nach einer am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Hochrechnung der Unternehmensberatung Towers Watson werden die Aufsichtsratsvorsitzenden der DAX-Unternehmen 2013 im Durchschnitt 338.500 Euro verdienen: Damit seien die Bezüge der Chefaufseher im Vergleich zum Vorjahr mit plus einem Prozent nahezu stabil. Jeder Dritte muss sogar Abstriche hinnehmen.

Mit den höchsten Einnahmen von rund einer Million Euro darf erneut der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch rechnen – auch wenn er nach den Angaben neun Prozent weniger einnehmen dürfte als 2012. Mit weitem Abstand folgen Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner (666.700 Euro) und Siemens-Oberaufseher Gerhard Cromme (587.000). Schlusslicht bleibt der Aufsichtsratsvorsitzende des Pharma- und Chemiekonzerns Merck, Rolf Krebs: Seine Bezüge dürften zwar um 19 Prozent steigen – mit 94.200 Euro bleibt er trotzdem der einzige Chefkontrolleur, dem die Aufsicht bei einem DAX-Unternehmen nur fünfstellige Einnahmen bringt. Den größten Sprung um 20 Prozent auf 413.200 Euro macht nach der Hochrechnung Continental-Chefaufseher Wolfgang Reitzle.

Die Bezüge können sich aus einem Festgehalt und variablen Komponenten wie Prämien und Sitzungsgeldern zusammensetzen. Ein Grund für den insgesamt moderaten Anstieg sei, dass nach öffentlichen Diskussionen um die Aufsichtsratsvergütung fast ein Drittel der DAX-Unternehmen das Vergütungsmodell umgestellt habe, sagte Studienautor Helmuth Uder von Towers Watson. Dabei hätten fünf Unternehmen eine rein feste, vier Unternehmen eine langfristige variable Vergütung gewählt – nicht aber eine am kurzfristigen Erfolg orientierte Bezahlung. Aktuell setzen demnach 13 DAX-Unternehmen auf eine ausschließlich feste Vergütung ihres Kontrollgremiums.