Streit um Einkommen

Tarifparteien im Hamburger Handel nähern sich an

Ver.di verlangt für die rund 70.000 Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel eine monatliche Einkommensverbesserung von 150 Euro und für Auszubildende 90 Euro mehr pro Monat.

Hamburg. Nach tagelangen Streiks und monatelangen Verhandlungen kommt langsam Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen im Hamburger Einzelhandel. In kleiner Runde hätten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter am Mittwoch „konstruktiv“ Ansätze zur Lösung offener Fragen bei der Entgeltstruktur diskutiert, teilte die Gewerkschaft Ver.di mit.

„Wir sind auf einem guten Weg, denn diese Diskussion soll in der nächsten Runde lösungsorientiert fortgesetzt werden“, sagte Ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes. Sowohl die Gewerkschaft als auch die Arbeitgeberseite hätten ihr Interesse bekundet, noch vor dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft zu einem Abschluss zu kommen. Ein nächster Verhandlungstermin wurde für den 25. November vereinbart.

Ver.di verlangt für die rund 70.000 Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel eine monatliche Einkommensverbesserung von 150 Euro und für Auszubildende 90 Euro mehr pro Monat. Größter Streitpunkt im Tarifkonflikt ist aber die Forderung der Arbeitgeberseite, bestimmte Mitarbeiter wie Kassiererinnen und Wareneinsortierer in andere Tarifklassen einzuordnen, was zu geringeren Löhnen für die Betroffenen führen könnte. In dieser Frage zeichnet sich nun offenbar eine Lösung ab.

Die Gewerkschaft hatte im Vorfeld der Gespräche den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöht und zunächst die elf Hamburger Filialen der Warenhauskette Karstadt und im Anschluss auch diverse andere Einzelhandelsketten wie Hennes & Mauritz und Thalia bestreikt. Insgesamt rund 1000 Beschäftigte beteiligten sich laut Ver.di an den Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen.

Diese Aktionen hätten entscheidend dazu beigetragen, dass nun Bewegung in die Gespräche gekommen sei, erklärte Peukes. „Gute Arbeit hat ihren Preis und es lohnt sich, dafür zu kämpfen“, so der Verhandlungsführer weiter. Der Gewerkschaft war es im Zuge der Streiks allerdings nicht gelungen, einzelne Filialen komplett geschlossen zu halten.