Gründer von Flexstrom sollen Millionen zahlen

Berlin. Nach der Pleite des Stromanbieters Flexstrom fordert der Insolvenzverwalter Millionen von den Gründern des Unternehmens. Die Brüder Robert und Thomas Mundt sollen kurz vor der Insolvenz gemeinsam mit zwei weiteren Eigentümern sechs Millionen Euro eingestrichen haben, nachdem sie die verlustreiche eigene Firma Optimal Grün GmbH an die Flexstrom AG verkauft hatten, wie aus einem Bericht des Insolvenzverwalters Christoph Schulte-Kaubrügger hervorgeht.

Das „Handelsblatt“ hatte schon Monate vor der Insolvenz von den seltsamen Verkäufen und Bilanztricks bei Flexstrom berichtet. Damals stritt die Unternehmensführung jedoch jedes Fehlverhalten ab und leitete sogar juristische Schritte gegen die Zeitung ein. Noch kurz vor dem Insolvenzantrag behauptete der Vorstand, er sei mit den Geschäftszahlen sehr zufrieden. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen die Verantwortlichen wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und Betrug.

Mit 835.000 Gläubigern, davon rund 10.000 aus Hamburg, ist Flexstrom einer der größten Insolvenzfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Insolvenzverwalter geht davon aus, dass die Mundts eine Versicherung für Pflichtverletzungen von Vorständen für seine Forderung in Anspruch nehmen können. Diese decken Schäden von bis zu fünf Millionen Euro ab.

Der Insolvenzverwalter hält zudem eine Prämie von 1,7 Millionen Euro für ungerechtfertigt, die das Unternehmen wenige Monate vor der Insolvenz einem seiner Topmanager zubilligte. Die Aufmerksamkeit des Rechtsanwalts erregte auch der Fuhrpark des Unternehmens und seiner Gründer. Zu den Firmenfahrzeugen zählten mehrere geleaste Luxuswagen, darunter ein Bentley-Cabrio.