Opel-Spitze und Belegschaft in Bochum nehmen Gespräche auf

Bochum/Düsseldorf. Im Konflikt um die geplante Schließung des Bochumer Opelwerkes mit rund 3300 Beschäftigten setzen sich Arbeitgeber und Belegschaftsvertreter wieder an einen Tisch. Am Dienstag begannen Laut Gewerkschaft Sondierungsgespräche mit Opel-Vorstand, IG Metall und Bochumer Betriebsräten. Der Ort wurde nicht genannt, es sollte Düsseldorf sein. Die Gespräche sollten bis zum Abend dauern. Es gehe darum auszuloten, ob ein Sozial-Tarifvertrag und eine einvernehmliche Lösung für die Zukunft des Werkes möglich seien, sagte ein Betriebsratssprecher.

Der Streit um das Werk der als kampfbereit bekannten Bochumer ist festgefahren: Mitte Juli war eine Einigungsstelle angesichts des drohenden Scheiterns ausgesetzt worden. Vor zwei Wochen gab es eine 17-Stunden-Dauer-Betriebsversammlung und im Anschluss eine spontane Arbeitsniederlegung von 140 Beschäftigten in der Nachtschicht. Die Werksleitung spricht von einer illegalen Aktion und prüft disziplinarrechtliche Schritte. Das Bochumer Opelwerk hatte schon einmal 2004 mit einem fast einwöchigen wilden Streik für Schlagzeilen gesorgt.

Die Opel-Spitze will das Werk, das den Zafira baut, bis Ende 2014 schließen. Die Produktion des Familienvans soll das Stammwerk in Rüsselsheim übernehmen. Schon Ende September soll die Getriebefertigung in Bochum mit 275 Beschäftigten eingestellt werden. Nur ein Warenverteilzentrum mit 430 Mitarbeitern ist gesichert.