Vattenfall will Europageschäft vorerst behalten

Berlin. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will sich zunächst nicht von Teilen seines Deutschlandgeschäfts trennen. „Vattenfall bleibt auf absehbare Zeit Eigentümer seiner kontinentaleuropäischen Aktivitäten“, sagte Vattenfall-Deutschland-Chef Tuomo Hatakka bei einem Treffen mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel.

Vattenfall hatte im zweiten Quartal rund 3,4 Milliarden Euro vor allem auf weniger rentable Kraftwerke abgeschrieben und will das Geschäft in Skandinavien von den übrigen Beteiligungen in Europa trennen. Deshalb befürchtet die Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie (IG BCE) einen Verkauf des Braunkohletagebaus und der Kraftwerke in der Lausitz. Schon im März hatte das Unternehmen den Abbau von 1500 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt.

Hatakka sagte, „Braunkohle ist ein wichtiger Teil des Versorgungsmix in Deutschland“ und werde dies in den nächsten 20 Jahren bleiben, unabhängig vom Handeln Vattenfalls. „Deutschland hat Gott sei Dank noch Grundlast. Deutschland braucht diese Grundlast“, fügte er mit Blick auf den wachsenden Anteil von Wind- und Solarstrom hinzu. Wegen der großen Schwankungen seien diese Stromarten nicht als Basis der Versorgung geeignet.