Leer

Nach Unglück: Werftarbeiter räumen Unterkünfte

Behörde untersagt die weitere Nutzung. Am 13. Juni waren bei einem Brand in einer Unterkunft zwei rumänische Werkvertragsarbeiter der Meyer Werft ums Leben gekommen, auf der Kreuzfahrtschiffe gebaut werden.

Leer. Nach der Schließung einer illegalen Unterkunft mit 43 Betten für Mitarbeiter der Papenburger Meyer Werft ist das Gebäude im ostfriesischen Stapelmoor nun komplett geräumt worden. Der Besitzer habe mehrere Bewohner in anderen Häusern untergebracht und suche nach weiteren Ersatzunterkünften, sagte am Dienstag ein Sprecher des Landkreises Leer. Die Behörden hatten nach dem Unglück mit Werkvertragsarbeitern der Werft die Unterkunft geprüft und am Montag die weitere Nutzung untersagt.

Die alte Molkerei war 1987 zu einer Schlachterei umgebaut worden. Später seien darin Appartement-ähnliche Wohnungen entstanden, allerdings ohne Baugenehmigung, sagte Kreissprecher Dieter Backer in Leer. Der derzeitige Besitzer, ein Unternehmer aus Papenburg, habe das Gebäude vor mehreren Jahren gekauft und sei offenbar von einer gültigen Baugenehmigung ausgegangen. Die wolle er nun nachträglich erreichen.

Die Wohnverhältnisse in dem Haus waren nach Angaben von Backer nicht menschenunwürdig. Allerdings hätten die Behörden gravierende Mängel entdeckt. So waren etwa zwei Schlafzimmer innerhalb des Gebäudes innen liegend und damit ohne Fenster und Tageslicht. Der Brandschutz war zudem an vielen Stellen unzureichend, elektrische Anlagen hatten Mängel, darüber hinaus fehlten Rettungswege.

Am 13. Juni waren bei einem Brand in einer Unterkunft zwei rumänische Werkvertragsarbeiter der Meyer Werft ums Leben gekommen, auf der Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Die Ursache des Feuers ist bislang unklar. Kritiker hatten daraufhin Lohndumping und die schlechte Unterbringung von osteuropäischen Arbeitskräften angeprangert. Als Reaktion hatte die Werft eine Sozialcharta erstellt, einen Tarifvertrag für Werkvertragsarbeiter und die Bildung einer Task Force zu dieser Arbeitsform angekündigt.