Hamburg: Nachbarn sollen illegale Vermietung melden

Hamburg. In Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Amsterdam werden sie immer häufiger – und für Nachbarn manchmal zum Problem: Feriengäste in Mietshäusern der Szene-Viertel wie St. Pauli oder Ottensen. Jetzt reagiert Hamburg auf diesen Trend, der durch Internetportale zusätzlich angefacht wird: Die Stadt hat die Regeln für „Privat-Hoteliers“ angepasst und das Wohnraumschutzgesetz novelliert.

Damit gilt in Hamburg nun folgende Regelung: Es ist erlaubt, weniger als die Hälfte der eigenen Wohnfläche Touristen zur Zwischenmiete anzubieten. Legal ist die Ferienvermietung auch, wenn der Mieter die Zimmer weitgehend selbst benötigt. „Wichtig ist, dass der Charakter der Wohnnutzung erhalten bleibt und dass der Mieter oder Eigentümer die Wohnung mindestens sechs Monate pro Jahr selbst zu Wohnzwecken nutzt“, sagt Kerstin Graupner, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde. Die Behörde gehe von rund 800 Ferienwohnungen in Hamburg aus, von denen die meisten unrechtmäßig als Ferienunterkunft dienten.

Für die Kontrolle setzten die Bezirke zusätzliches Personal ein. Insgesamt überprüften jetzt 15 Mitarbeiter die Wohnungen, drei Beschäftigte seien dafür neu eingestellt worden, sagte Graupner. Aber auch Nachbarn seien aufgerufen, Auffälligkeiten zu melden. „Die Behörden sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.“