Prüfung

TÜV warnt vor aufblasbaren Schwimmsitzen für Babys

Von 50 Badeartikeln aus verschiedenen europäischen Ländern fielen 20 im Test durch und dürften gar nicht verkauft werden. In manchen Fällen drohe den Kindern Lebensgefahr.

Köln. In Urlaubsregionen gekaufte Schwimmringe, Babyschwimmsitze und andere Wasserspielzeuge sind laut einer Untersuchung in vielen Fällen eine Gefahr für die Kinder. Von 50 Badeartikeln aus verschiedenen europäischen Ländern fielen 20 im Test durch und dürften gar nicht verkauft werden, teilte der TÜV Rheinland am Dienstag in Köln mit. Sie erfüllten nicht einmal grundlegende Anforderungen an die Sicherheit.

In sechs Fällen fanden die Tester eigentlich verbotene Schwimmsitze für Babys und Kleinkinder, bei denen die Kinder aus dem Sitz rutschen oder im Wasser sofort kentern können. „Diese aufblasbaren Schwimmsitze sind lebensgefährlich“, erklärte TÜV-Rheinland-Expertin Christiane Reckter. Sie gaukelten den Eltern Sicherheit vor, die sie gar nicht bieten.

Unter den geprüften Produkten waren auch fünf aufblasbare Spielsachen, bei denen sich verschluckbare Kleinteile wie Stöpsel lösten sowie sechs Wasserspielzeuge mit hohen Schadstoffmengen. Der TÜV fand unter anderem sogenannte Phthalat-Weichmacher, die über dem erlaubten Grenzwert lagen. Phthalate stehen im Verdacht, hormonell zu wirken und krebserregend zu sein. Einige Produkte enthielten zudem erhöhte Werte an Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die ebenfalls im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen.

Bei weiteren drei Produkten fanden die Prüfer demnach irreführende und damit gefährliche Kennzeichnungen. Andere waren nicht mit den vorgeschriebenen Warnhinweisen versehen.

Die 50 Testprodukte wurden zwischen Mai und Juli an Strandbuden oder in Souvenirshops in Deutschland, Belgien, Griechenland, Italien, den Niederlanden und Spanien gekauft. Anschließend wurde in Prüflaboratorien getestet, ob sie die europäischen Mindeststandards erfüllen. Deutschland schneidet im Vergleich mit den anderen Ländern aber noch recht gut ab. Nur in zwei Fällen war der Warnhinweis auf der Verpackung nicht korrekt.