Outdoor-Branche verzeichnet nur geringes Wachstum

Friedrichshafen. Lange war die Outdoor-Branche ein vom Erfolg verwöhntes Kind der Sportartikelindustrie. Mit zweistelligen Wachstumsraten legte das Geschäft mit Rucksäcken, Wanderschuhen, Funktionsjacken und Skiausrüstungen überdurchschnittlich stark zu. Doch nach jahrelangem Boom stoßen die überwiegend europäischen Outdoor-Ausrüster auf ihrem Heimatkontinent an die Grenzen. „In ganz Europa haben wir mittlerweile einen gesättigten Markt“, sagt der Chef des weltweit größten Sportartikel-Einzelhändlers Intersport, Klaus Jost, auf der weltgrößten Outdoor-Messe in Friedrichshafen. Die Nachfrage sei gedeckt, die Kaufkraft sinke. „Viele Marken kämpfen deshalb im Moment um ihren Marktanteil.“

Um ihren Platz in der von vielen kleineren Anbietern geprägten Branche zu verteidigen, investieren Unternehmen wie der bayerische Hersteller Schöffel in neue Produkte, TV-Werbekampagnen und die Expansion nach Übersee. Das gehe zulasten der Gewinne, räumt Peter Schöffel ein: „Unsere Branche muss lernen, dass es erst mal kein Beinbruch ist, wenn die Branche nur um zwei Prozent wächst.“

Der schwedische Hersteller Haglöfs setzt nun auf den asiatischen Markt. Der japanische Sportausrüster Asics, der Haglöfs im vergangenen Jahr übernommen hat, stößt den Schweden mit seiner Vertriebsmacht das Tor nach Fernost auf. „Dort sehen wir die größten Chancen“, sagt Haglöfs-Chef Nicolas Warchalowski. Asics ist einer der wenigen Sportartikel-Riesen, die ihr Geschäft mit Outdoor-Artikeln offensiv ausbauen. „Unternehmen wie Adidas und Nike fehlt es an Glaubwürdigkeit im Bergsport“, sagt Markenexperte Reinhard Grohs von der Universität Innsbruck. Nike scheiterte mit dem Versuch, unter dem Namen ACG eine Outdoor-Marke zu etablieren.