Apple droht Strafe für Preisabsprachen bei E-Books in den USA

New York. Schwere Schlappe für den erfolgsverwöhnten Apple-Konzern: Eine US-Richterin hat entschieden, dass der iPad-Anbieter auf illegale Weise Preise im amerikanischen E-Book-Markt abgesprochen hat. Nun muss sich Apple auf eine Strafe und Schadenersatz einstellen. Darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Richterin Denise Cote legte ihr Urteil nach einem wochenlangen Verfahren am Mittwoch vor und folgte darin der Argumentation des Justizministeriums, das das Verfahren angestoßen hatte. Das Ministerium hatte Apple vorgeworfen, zum Start des iPad-Tablets im Jahr 2010 zusammen mit Verlagen die Preise für digitale Bücher künstlich zum Schaden der Verbraucher hochgeschraubt zu haben. Apple wollte dem bis dahin dominierenden E-Book-Anbieter Amazon mit seinem 9,99 US-Dollar teuren Modell Konkurrenz machen.

„Apple spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau und der Ausführung dieser Verschwörung“, heißt es in dem Urteil. Die Absprachen seien nur deshalb so erfolgreich gewesen, „weil Apple sie organisiert hat“. Der Konzern hatte gewarnt, eine Verurteilung würde als Präzedenzfall das gesamte Geschäft mit digitalen Inhalten destabilisieren. „Diese Entscheidung ist ein Sieg für Millionen Verbraucher, die elektronische Bücher lesen“, verkündete das US-Justizministerium.