Conergy-Werk stillgelegt

320 Mitarbeiter betroffen – Betriebsrat in Brandenburg war zuvor nicht informiert worden

Hamburg. Nach der Insolvenzanmeldung von Conergy steht die Produktion des Solarunternehmens in Brandenburg still. Mitarbeiter und Betriebsrat wurden von der Nachricht zur Spätschicht überrumpelt. An diesem Montag soll die Belegschaft vom vorläufig bestellten Insolvenzverwalter weitere Informationen erhalten, wie der Betriebsratsvorsitzende Harald Frick sagte. Eine Conergy-Sprecherin bestätigte dies. „Er wird eine Analyse vornehmen und ins Unternehmen gehen.“

Der Betriebsrat war über den Produktionsstopp im Vorfeld nicht informiert worden. „Auch für uns kam die Nachricht völlig überraschend“, sagte Siegfried Wied von der IG Metall Ostbrandenburg. „Wir sind verwundert über die Maßnahmen – zumal die Bücher voll sind“, sagte Frick.

In dem Frankfurter Werk mit rund 320 Beschäftigten wird normalerweise sieben Tage die Woche rund um die Uhr gearbeitet. Am Standort Rangsdorf (Teltow-Fläming), wo 200 Menschen beschäftigt sind, ruhe die Produktion bereits seit Donnerstag, hieß es.

Unklar blieb zunächst, ob die Unternehmensführung in Hamburg den Produktionsstillstand angeordnet hat oder ob es sich um eine Entscheidung der regionalen Leitung handelt. Hintergrund könne nur die Sicherung von Insolvenzmasse sein, sagte Gewerkschafter Wied. Nach Angaben von Betriebsrat Frick wird den Mitarbeitern der Zutritt zu dem Frankfurter Werk verwehrt.