Rating-Agentur S&P stuft Deutsche Bank herab – Kritik an Strategie

London/Frankfurt. Schuss vor den Bug der Deutschen Bank: Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat in der Nacht zu Mittwoch ihre Bewertung für die Kreditwürdigkeit des Instituts um eine Stufe von „A+“ auf „A“ gesenkt. Das begründete sie nicht nur mit dem schwierigen Umfeld für Banken angesichts der immer härteren Regeln und der Wachstumsschwäche, sondern auch mit der Strategie des Konzerns. Die starke Konzentration auf das schwankungsanfällige Investmentbanking sieht S&P mit Sorge. Trotz des kräftig erhöhten Eigenkapitals seien die Risiken gestiegen. Als Reaktion standen Bankaktien am Donnerstag an der Börse in der Verlustzone. Die Deutsche Bank sackte bis zum Nachmittag um drei Prozent ab, die Commerzbank sogar um mehr als fünf Prozent.

Neben dem größten deutschen Institut sieht S&P auch die britische Barclays Bank und die Schweizer Credit Suisse kritisch. Beide wurden von der Rating-Agentur ebenfalls wegen ihres großen Investmentbankings auf „A“ abgewertet. Angesichts des unsicheren Umfelds sei es für die drei Institute schwer, stabile und planbare Erträge zu erwirtschaften. Zumindest müssen die Geldhäuser zunächst mit keiner weiteren Abwertung rechnen: Der Ausblick sei „stabil“.