Tarifrunde für Handel im Norden abgebrochen

Neumünster. Die Tarifverhandlungen für den Einzelhandel in Schleswig-Holstein sind ins Stocken geraten. Beide Tarifparteien brachen die zweite Verhandlungsrunde am Donnerstag in Neumünster nach kurzer Zeit ab, wie die Gewerkschaft Ver.di mitteilte. Die erste Tarifrunde für die mehr als 90.000 Beschäftigten war Ende April vertagt worden. Gewerkschaftssprecher Frank Schischefsky warf den Arbeitgebern vor, in den Verhandlungen ein „Tarifdiktat mit unzähligen Verschlechterungen“ schaffen zu wollen. Der Einzelhandelsverband strebe ein Zweiklassensystem an. Die Arbeitgeberseite bescheinigte der Gewerkschaft dagegen eine Blockadehaltung. Ihr fehle die Bereitschaft, über „kostenneutrale Modernisierungsansätze“ zu sprechen.

„Für uns entstand der Eindruck, dass die Arbeitnehmervertreter aus den Firmen gerne konkretere Gespräche geführt hätten. Allerdings waren die Ver.di-Verhandlungsführer nicht bereit, von ihrer Grundposition abzurücken“, sagte Verhandlungsführer Carsten Koch. Dadurch werde der Flächentarifvertrag gefährdet. Ver.di fordert 6,5 mehr Geld, mindestens aber 140 Euro. Zudem soll kein Tarifentgelt unter 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werden. Der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nord, Dierk Böckenholt, hatte die Forderungen als unrealistisch zurückgewiesen.