Inflation in Deutschland steigt um 1,5 Prozent

Vor allem Nahrungsmittel als Preistreiber im Mai

Wiesbaden. Getrieben von steigenden Preisen für Nahrungsmittel hat die Inflation in Deutschland im Mai wieder angezogen. Die Jahresteuerung kletterte von 1,2 Prozent im Vormonat auf 1,5 Prozent, berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch. „Nahrungsmittel bestimmen zunehmend die Teuerungsrate“, betonten die Statistiker: Die Preise für Gemüse, Fleisch, Milch oder Brot erhöhten sich im Mai binnen Jahresfrist deutlich um 5,4 Prozent. Den größten Preissprung verzeichneten die Statistiker bei Kopfsalat und Eisbergsalat, die sich binnen eines Jahres um fast 62 Prozent verteuerten.

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent, nachdem sie von März auf April um 0,5 Prozent gesunken waren. Auch wenn der Preisauftrieb leicht zunahm, liegt die Inflation weit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Europas Währungshüter streben für den Euro-Raum mittelfristig eine Rate von knapp unter zwei Prozent an, bei der sie die Preisstabilität gewahrt sehen. Unterdessen nimmt die Bedeutung der Energiepreise für die Inflationsrate in Deutschland ab. Im Mai war Energie um 1,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Dabei stiegen die Preise für die meisten Haushaltsenergieprodukte.

Vor allem wegen der Preiserhöhung für die Spieleinsätze beim Lotto „6 aus 49“ waren Glücksspiele im Mai um mehr als 21 Prozent teurer als vor einem Jahr. Inflationsmindernd wirkte im Jahresvergleich hingegen nach wie vor die Abschaffung der Praxisgebühr zum Jahresanfang: Ambulante Gesundheitsdienstleistungen verbilligten sich um gut zwölf Prozent, ärztliche Dienstleistungen um mehr als 19 Prozent.