Ver.di fordert Überprüfung der Karstadt-Strategie

Berlin/Essen. Die Gewerkschaft Ver.di hat anlässlich des bevorstehenden Chefwechsels beim Warenhauskonzern Karstadt gefordert, die Unternehmensstrategie auf den Prüfstand zu stellen. "Die Strategie Karstadt 2015 muss überprüft und erforderlichenfalls angepasst werden", sagte eine Ver.di-Sprecherin in Berlin. Dabei müssten nicht nur die Geschäftszahlen analysiert werden. Auch der bereits weitgehend umgesetzte Abbau von 2000 Arbeitsplätzen und der Ausstieg aus der Tarifbindung gehörten auf den Prüfstand. Diese Schritte gingen in die falsche Richtung. Wer viele noch unbekannte Modemarken einführe, müsse den Service und die Beratung großschreiben.

Die Gewerkschaft äußerte am Montag indirekt auch Kritik am Führungsstil des scheidenden Karstadt-Chefs Jennings: Karstadt brauche ein Management, das den deutschen Markt gut kenne und die Sprache seiner Beschäftigten spreche. "Damit ist nicht gemeint, dass ein Manager Deutsch spricht, sondern vor allem, dass er die Beschäftigten motiviert und einbindet", unterstrich die Ver.di-Sprecherin.

Die Arbeitnehmervertreter wollen an diesem Donnerstag bei der Aufsichtsratssitzung über die Situation sprechen, sagte Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt.